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cronos Unternehmensberatung

19. Juli 2002

Münster

Regional und kompetent: NVV setzt auch in der IT auf eigene Stärke

SAP IS-U/CCS und BW als Fundament für den Ausbau der Marktposition

„Herzschlag der Region“, mit diesem Slogan

umschreibt der niederrheinische Energieversorger

NVV AG in Mönchengladbach kurz und prägnant seine

Strategie für den liberalisierten Markt. Denn gerade in

der Region will sich die NVV AG nicht nur behaupten,

sondern offensiv wachsen. Mit den bislang

eingesetzten Softwarewerkzeugen war dieses Ziel

kaum umzusetzen, denn damit konnten die neuen,

vielfältigen Kundenbeziehungen nicht mehr abgebildet

werden. Deswegen entschloss man sich bei der NVV

mit Unterstützung der cronos Unternehmensberatung,

Münster, SAP IS-U/CCS als neue, integrierte Lösung

einzuführen, und die bislang unterschiedlichen

Systeme zu ersetzen. „Was wir als regionales Multi-

Utility-Unternehmen benötigen, ist vor allem Flexibilität,

um jederzeit auf Veränderungen im Markt reagieren zu

können, aber vor allem auch, um neue Ideen und

Konzepte schnell umzusetzen,“ so Friedhelm

Kirchhartz, Vorstandsvorsitzender der NVV AG. „Mit

SAP IS-U haben wir dafür jetzt auch die richtigen

Softwarewerkzeuge.“

Schon frühzeitig hatte die NVV auf die neuen

Möglichkeiten des liberalisierten Marktes reagiert, neue

Angebote entwickelt und war daneben in ganz neuen

Geschäftfeldern aktiv geworden, beispielsweise als

Telekommunikationsdienstleister. Gleichzeitig stieß

man jedoch auf Grenzen bei der Umsetzung und vor

allem auch bei der Abrechnung der neuen Ideen. Mit

den bestehenden Lösungen, wie etwa der

Sondervertragskundenabrechnung EAS.SVK, hatte

man das Jahrtausend und den Euro zwar bewältigen

können, war aber allenfalls mit großem Aufwand dazu

in der Lage, die neuen Energieprodukte abzubilden.

Denn die NVV ist sowohl im Strommarkt aktiv, als auch

bei Gas, Wasser und Abwasser sowie Wärme.

Typische Multi-Utility-Angebote, wie beispielsweise

rabattierte Preise, die sich auf die Abnahme

unterschiedlicher Energiearten beziehen, etwa von

Strom und Gas, waren in den alten Systemen

schlichtweg nicht vorgesehen. Eine Neuorientierung in

der Produktabrechnung war also dringend nötig. Und

da man bei den betriebswirtschaftlichen Funktionen

bereits auf SAP R/3 setzte, fiel die Wahl schließlich auf

das SAP-Branchenmodul IS-U/CCS.

Eigene Kompetenz als Basis für Wachstum

Die eigenen Kompetenzen zu erhalten und

auszubauen, das ist einer der wesentlichen

Grundpfeiler für die NVV-Strategie, vor allem in den

Energiemärkten der Region zu wachsen. Hier sieht

man große Potenziale, die derzeitige Basis von rund

1.900 Sonder- und 235.000 Tarifkunden weiter zu

vergrößern. Konsequent setzte man deswegen auch

bei der IS-U-Einführung darauf, die eigenen Mitarbeiter

stark in das Projekt einzubinden und externe Berater

stets in gemischten Teams einzusetzen - vor allem

auch in der Rolle eines Coaches, der sein Know-how

an die eigenen Mitarbeiter weitergibt. Nicht zuletzt

wegen des ausgewiesenen Know-hows in Sachen IS-

U/CCS fiel die Wahl schließlich auf die cronos

Unternehmensberatung aus Münster als Partner für die

Ablösung der Altsysteme EAS-SVK, EAV und ZBBF, der

„Zählerbestands- und Bewegungsführung“. „Ziel war es

von Anfang an, unsere Mitarbeiter in den neuen

Systemen fit zu machen. Nur so können wir den

wachsenden und sich verändernden

Aufgabenstellungen effizient, weitgehend unabhängig

von externen Beratern, gerecht werden. Und wenn sie

dann über eigene Mitarbeiter mit dem notwendigen

Know-how verfügen, können Sie dieses Know-how

jederzeit neuen Partnern ebenfalls als Dienstleistung

anbieten,“ so Heinz-Peter Lauks, Stabsabteilungsleiter

für die Informationstechnologie bei der NVV. Das

Migrationsprojekt wurde deswegen in kleinen

gemischten Teams angegangen, jeweils für klar

abgegrenzte Themengebiete, vom

Hausanschlussmanagement über die

Geräteverwaltung und die Abrechnung bis hin zum

Berichtswesen, das auf Basis des SAP Business

Warehouse realisiert wurde.

Die Systeme zusammengeführt und integriert

Im Spätsommer 2001 fiel der Startschuss für dieses

anspruchsvolle Projekt. Anspruchsvoll, nicht nur, weil

die Mitarbeiter dieses Projekt zu großen Teilen neben

der normalen Tagesarbeit durchführen mussten –

Freistellungen konnten auf Basis der bestehenden

Personaldecke allenfalls tageweise erfolgen – sondern

auch weil es nicht nur einfach um die Einführung einer

neuen Softwarelösung ging. So mussten die Daten aus

den unterschiedlichen Altsystemen in die neue

integrierte Lösung übernommen werden, gleichzeitig

aber auch das bereits im Einsatz befindliche R/3

classic mit dem neuen SAP

IS-U/CCS zusammengeführt werden. „Wenn Sie die

internen Prozesse optimieren und effizienter gestalten

wollen, dann muss solch ein System reibungslos

funktionieren. Um so mehr, wenn Sie die IT künftig als

auch Kompetenzcenter für Kooperationspartner

positionieren wollen,“ so Helmut Marmann,

verantwortlich für die Unternehmenskommunikation bei

der NVV, zu den Anforderungen an die Integration des

neuen Systems, das immerhin künftig an rund 400

Arbeitsplätzen bei der NVV genutzt wird.

 

Manchmal sind es aber auch die gewachsenen

Strukturen und Eigenheiten, die der Betrieb

unterschiedlicher Softwarelösungen mit sich bringt, die

ein Migrationsprojekt erschweren. Wie bei vielen

anderen Energieversorgern auch, betraf dies bei der

NVV die klassische Trennung zwischen

kaufmännischem und technischem Bereich,

manifestiert in der Sonderkundenabrechnung EAS.SVK

und im Zählermanagement ZBBF. Beide Systeme

waren in der Vergangenheit relativ autark

nebeneinander her betrieben worden. Der Abgleich

zwischen den Systemen erfolgte unregelmäßig und

allenfalls manuell. Trotz der Tatsache, dass sich die

Daten auf denselben Kundenstamm bezogen, wiesen

sie zahlreiche Differenzen auf. Differenzen, die nur

teilweise programmtechnisch zu bewältigen waren,

vielfach mussten die Sätze in Handarbeit abgeglichen

werden. Es spricht sicher für die Projekt-Beteiligten,

sowohl für die internen als auch für die externen von

der cronos Unternehmensberatung, dass die Migration

vom EAS-Altsystem nach SAP IS-U trotz dieser nicht

einfachen Rahmenbedingungen am Ende relativ

reibungslos erfolgte. Mitte Juni - und damit nur einen

guten Monat später als ursprünglich geplant - konnten

die Daten der EAS-SVK und ZBBF (für den

Sondervertragskundenbereich) endgültig migriert

werden. Und auch die Integration in die Module von R/

3 Classic erfolgte über ein Wochenende und damit

ohne Betriebsausfall.

Im liberalisierten Markt gut aufgestellt

„Mit dem neuen System haben wir jetzt die Basis, neue

Mehrwertangebote zu entwickeln, um damit unsere

Marktposition als Multi-Utility-Anbieter offensiv und vor

allem kreativ auszubauen,“ freut sich Gerhard Hauser,

Vertriebsleiter der NVV, über die neuen Möglichkeiten.

Vor allem auch, weil das neue System bei den

Mitarbeitern schnell auf Akzeptanz gestoßen ist und

schon kurz nach Einführung intensiv genutzt wird. Die

hohe Akzeptanz erklärt sich IT-Leiter Heinz-Peter

Lauks vor allem auch durch die intensive Schulung der

Anwender, nicht nur im Rahmen des Coaching-

Konzepts, sondern parallel zur gesamten Einführung.

Und weil diese Vorgehensweise im Projekt sich derart

bewährt hat, ist sich Lauks sicher, dass auch die

Migration der Tarifkundenabrechnung EAV bis Anfang

des nächsten Jahres reibungslos über die Bühne

gehen wird. Die intensive Begleitung der

Fachabteilungen während der Einführung hatte auch

ganz unerwartete Effekte. So stieß das Thema „SAP

Business Warehouse“ plötzlich auch bei anderen

Fachabteilungen auf starkes Interesse, nachdem man

dort gesehen hatte, was mit diesem Werkzeug möglich

ist. Künftig soll deswegen SAP BW beispielsweise auch

im Rechnungswesen eingesetzt werden.

Für Helmut Marmann, Leiter

Unternehmenskommunikation, ist die NVV AG mit der

erfolgreichen Migration für die weitere Expansion gut

aufgestellt: \Die Nutzung der Verbrauchsabrechnung

als Marketinginstrument ist endlich in greifbare Nähe

gerückt.\ Und weil man es wirklich ernst meint, am

Niederrhein zu einem der relevanten Player am Markt

zu werden, hat man sich auch gleich noch ein anderes

Instrumentarium wieder ins Haus geholt, die Anlage für

die Kuvertierung von Massendrucksachen. „Damit

können wir nun jederzeit eigene Mailings versenden

oder die Abrechnungen mit Beilagen versehen, also

ganz flexibel mit unseren Kunden kommunizieren.“ Das

kann man dann natürlich auch wieder als Dienstleitung

anbieten, was dann wieder ganz der neuen Strategie

entspricht.

Autor: Uwe Pagel

Weitere Informationen:

NVV Niederrheinische Versorgung und Verkehr AG

Odenkirchener Str. 201 – 41236 Mönchengladbach

helmut.marmann@nvv-ag.de

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Marggraf

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