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Schleupen AG

18. September 2002

Moers

Positive Nebenwirkungen: Salzburg AG auch für die Gas-Liberalisierung bestens gerüstet

Salzburg AG setzt beim Energiedatenmanagement auf CS.EL von Schleupen

Viel Zeit gab sich die Salzburg AG nicht, um sich auch EDV-technisch

auf die Liberalisierung des österreichischen Energiemarktes

einzustellen. Erst Ende 2000 aus der Fusion der Salzburger Stadtwerke

und des regionalen Energieversorgers SAFE entstanden, startete man

schon Anfang 2001 mit der Einführung des Branchenpaketes mySAP

IS-U. Um alle Prozesse des liberalisierten Marktes zeitgerecht abbilden

zu können, musste gleichzeitig eine Lösung für das

Energiedatenmanagement gefunden werden. Die Wahl fiel hier im April

2001 auf das EDM-System CS.EL Energielogistik von Schleupen und

dem Implementierungspartner ENERMET. Die Aufgabe: Einführung von

CS.EL bis zum Start des liberalisierten Marktes zum 1. Oktober 2001

und Integration in mySAP IS-U.

 

„Wir waren uns durchaus bewusst, dass der Zeitrahmen für die

Einführung eines EDM-Systems sehr anspruchsvoll war,“ so Robert

Pumsenberger, Leiter des Bereichs Informationstechnologie bei der

Salzburg AG. Schließlich hatte man zu diesem Zeitpunkt die Euro-

Umstellung gerade hinter sich, war eigentlich mit der mySAP IS-U-

Einführung sehr gut ausgelastet - und ganz nebenbei immer noch mit

der Zusammenführung der IT-Landschaften der beiden

Vorgängerunternehmen beschäftigt. Nicht unbedingt die idealen

Rahmenbedingungen für die Einführung eines ganz neuen Systems,

das zudem auch noch im laufenden Projekt mit mySAP IS-U integriert

werden sollte. „Für uns war jedoch klar, dass wir parallel zur

Abrechnung auch das Thema Energiedatenmanagement abdecken

müssen, wenn wir im liberalisierten Markt wettbewerbsfähig sein wollen.

Doch wir wussten nicht, wie die Rahmenbedingungen aussehen

werden, die mit dem Energiedatenmanagement umgesetzt werden

sollen,“ so Robert Pumsenberger. Deutlich war zu diesem Zeitpunkt

aber bereits, dass die Anforderungen bis zum 1. Oktober 2001 mit

mySAP IS-U alleine nicht umsetzbar waren. Deswegen musste schnell

ein Partner mit „Liberalisierungserfahrung“ gefunden werden.

 

Den Zuschlag erhielt nicht zuletzt deswegen CS.EL. Das EDM-System,

das von der finnischen Process Vision hergestellt und im

deutschsprachigen Raum von ENERMET (in Österreich und der

Schweiz) beziehungsweise von Schleupen (in Deutschland) angeboten

wird, hatte den Vorteil, dass es im skandinavischen Raum bereits

vielfach im praktischen Einsatz war. Zudem hatte es seine

Leistungsfähigkeit auch in größeren Installationen bereits bewiesen. Für

Robert Pumsenberger ein weiterer wichtiger Aspekt. „Dass wir in

Österreich eine zentrale Regulierungsstelle bekommen würden, war

relativ früh absehbar. Eine zentrale Regulierung bedeutet aber auch

zentrale Koordinierung und damit einen umfangreichen

Datenaustausch. Das dazugehörige Datenvolumen muss ebenfalls vom

EDM-System bewältigt werden.“

 

Die Einführung des Systems gestaltete sich vor diesen Hintergründen

durchaus spannend. Nicht nur die parallele Einführung der

Softwarelösungen, sondern auch die Rahmenbedingungen in Form der

Marktregeln änderten sich ständig. „Es kam nicht nur einmal vor, dass

eine fertige und bereits getestete Schnittstelle plötzlich nicht mehr

funktionierte, weil im anderen System etwas angepasst werden musste,

um den kurzfristig geänderten Rahmenbedingungen zu entsprechen,“

erinnert sich Herwig Struber, Leiter Netzwirtschaft bei der Salzburg AG.

„Und viele Funktionen, die im skandinavischen Raum bereits umgesetzt

waren, mussten für den deutschsprachigen Raum angepasst werden.“

 

Trotz aller Schwierigkeiten: pünktlich zum 1. Oktober 2001 konnte

CS.EL in Betrieb genommen werden, und das erste Clearingverfahren

zur Bestimmung der Ausgleichsenergie wurde ebenfalls pünktlich zum

1. November 2001 abgewickelt. Das alles trotz der Tatsache, dass

einige der neuen Regeln erst zum Stichtag 1. Oktober bekannt gegeben

wurden. Und auch die Integration in IS-U, das zum 7. Januar 2002 in

Produktion ging, konnte erfolgreich umgesetzt werden. Schrittweise

wurden zunächst die Zählpunkte in CS.EL übernommen und dann die

Art der Messung, ob Wirk- oder Blindleistung. Anschließend erfolgte die

Zuordnung der Vertragsdaten, danach die der Prognosewerte und

Vorjahresverbräuche und schließlich die der IST-Messwerte. Die

Arbeitsteilung zwischen Abrechnung und Energiedatenmanagement ist

dabei eindeutig. Das führende System ist mySAP IS-U, aus dem die

Informationen wie Zählpunkt oder Vertragsdaten via Schnittstelle in

Schleupen.CS überführt werden. In weiterer Folge kann dann das

Energiedatenmanagement beispielsweise auch Verbrauchsdaten oder

Prognosewerte zurück an die Abrechnung liefern. Auf diesem Wege

konnte die Salzburg AG inzwischen sämtliche relevanten

Geschäftsprozesse des Energiedatenmanagements umsetzen.

 

Als weiteren zentralen Prozess sieht Herwig Struber die Beschaffung,

und hier insbesondere die Vorteile durch die ausgefeilten

Prognosefunktionen in CS.EL. „Beispielsweise werden neben den

Verbrauchswerten auch die Wetterdaten für die Prognose

herangezogen, um so das Risiko der Ausgleichsenergiekosten zu

minimieren.“ Im Beschaffungsprozess spielt das

Energiedatenmanagement inzwischen eine zentrale Rolle. Die

kurzfristigen Beschaffungszyklen auf Tagesbasis werden dabei in

Österreich bereits viel stärker als in Deutschland umgesetzt, wo vielfach

noch auf Jahres- und Monatsbasis eingekauft wird. „Für die Optimierung

des Beschaffungsprozesses, von der Verarbeitung der

Verbrauchsdaten über die Prognose bis zum Portfoliomanagement und

anschließend auch dem Fahrplanmanagement, ist CS.EL für uns heute

eines der zentralen Werkzeuge,“ so Robert Pumsenberger.

 

Als Multi-Utility-Unternehmen sieht sich die Salzburg AG heute auf dem

österreichischen Markt gut positioniert. Zum einen in der Stadt und im

Land Salzburg, wo man inzwischen 260.000 Privathaushalte mit Strom,

Gas, Trinkwasser und Wärme versorgt, gleichzeitig aber auch im

Nahverkehr, in der Telekommunikation sowie beim Kabelfernsehen

aktiv ist. Zum anderen ist die Salzburg AG auch überregional mit der

Stromvertriebstochter MyElectric offensiv auf dem österreichischen

Markt vertreten. Ein Erfolgsrezept ist dabei für Robert Pumsenberger,

dass die Salzburg AG als Multi-Utility-Anbieter ausschließlich

spartenintegriert arbeitet. „Bei uns gibt es keinen Vertriebsmitarbeiter,

der ausschließlich für Strom oder Gas zuständig ist, genauso wenig wie

ein Techniker ausschließlich Stromtrassen oder Wasserleitungen plant.

Sämtliche Mitarbeiter arbeiten spartenübergreifend. Ein Grundsatz, der

auch für die Nutzung der EDV-Systeme gilt.“

 

Die Anstrengungen, die die Salzburg AG 2001 zum Start des

liberalisierten Strommarktes unternommen hat, zahlen sich deswegen

heute auch noch auf ganz andere Weise aus. „Wir können das Know-

how, das wir gesammelt haben, jetzt auf neu liberalisierte Bereiche

übertragen,“ so Herwig Struber. Beispielsweise auf die zum 1. Oktober

2002 anstehende Liberalisierung des österreichischen Gasmarktes.

„Hier werden wir nur noch einen Bruchteil des Aufwands investieren

müssen, den wir vor einem Jahr hatten, da wir auf die vorhandenen

Systeme aufbauen können. Die Salzburg AG hat sich so in Österreich

nicht nur als Energieversorger fest etabliert. „Wir sind stolz darauf, dass

wir inzwischen nicht aufgrund unserer Größe, sondern vor allem als

Know-how-Träger in Österreich zu den führenden

Versorgungsunternehmen gezählt werden,“ so das Fazit von Robert

Pumsenberger.

 

Autor: Uwe Pagel

Weitere Informationen:

 

Schleupen AG – Martina Nawrocki

Tel.: +49 5031 963 330 – Fax: +49 5031 963 295

vertrieb@schleupen.de - www.schleupen.de

 

Enermet AG - Marcel Würmli

Tel.: +41 1 954 81 68 - Fax: +41 1 954 81 01

mwuermli@enermet.ch - www.enermet.ch

 

Salzburg AG – DI Herwig Struber

Tel.: +43 662 8884 2214 - Fax: +43 662 8884 2205

herwig.struber@salzburg-ag.at - www.salzburg-ag.at

 

Salzburg AG – DI Robert Pumsenberger

Tel.: +43 662 8884 2501 - Fax: +43 662 8884 2505

robert.pumsenberger@salzburg-ag.at - www.salzburg-ag.at