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Schleupen AG

20. Dezember 2001

Moers

Nicht groß, aber erfolgreich – die GGEW AG setzt auf Offensive

Wie man mit Kreativität und rationellem Technologie-Einsatz Marktvorteile gewinnt

Die These, dass kleinere regionale Versorger

auf dem liberalisierten Energiemarkt keine

Überlebenschance haben, hat die GGEW AG

aus dem südhessischen Bensheim längst

eindrucksvoll widerlegt. Sehr zur Freude der

Anteilseigner, der umliegenden Kommunen,

hat es die GGEW AG geschafft, auch

bundesweit mit innovativen Produkten und

niedrigen Preisen Marktanteile dazu zu

gewinnen. Nicht nur im Strombereich, auch

beim Gas ist man hier weiter auf

Wachstumskurs. Bis vor kurzem war es für

die GGEW AG allerdings nicht ganz einfach,

die vielfältigen Produkte auch abzurechnen,

denn das Altsystem konnte mit der Kreativität

in der Produktgestaltung nicht mehr Schritt

halten. Deswegen entschied man sich,

komplett auf das neue Schleupen.CS zu

wechseln. Die Folge: der Fantasie des

Marketings sind jetzt auch

abrechnungstechnisch keine Grenzen mehr

gesetzt.

Den Strom selber mischen konnte der Kunde

an der hessischen Bergstraße schon 1999.

Und das auf eine sehr pragmatische Weise:

man orderte einfach den Naturstrom

zusätzlich - in Paketen zu jeweils 100

Kilowattstunden (kWh). Das ist einfach

nachvollziehbar und wurde deswegen auch

vom Verbraucher angenommen. Ob reiner

“Sonnenstrom Bergstraße“ oder gemischt-

regenerativ erzeugter Strom, die

“Naturstrompakete“ sind längst zum Klassiker

in der Produktpalette der GGEW AG

geworden. Seitdem hat es der südhessische

Energieversorger geschafft, sich auch

bundesweit als Stromanbieter zu etablieren.

Nicht nur über neue Produktideen, sondern

auch über den Preis. In verschiedenen

Preisvergleichen waren die Bensheimer

immer unter den günstigsten Anbietern zu

finden, und das obwohl sie mit rund 100

Mitarbeitern und einem Umsatz von fast 100

Millionen Mark im Jahr 2000 deutlich kleiner

sind als fast alle ihrer Mitbewerber. Der

jüngste Coup: als einer der ersten ging die

GGEW AG mit einem Festpreisangebot für

Gas auf den Markt.

Erfolgreich auch mit Gas und Wasser

In Bensheim beschränkt man sich bewusst

nicht allein auf den Strom. Denn gerade in

Cross-Selling-Angeboten sieht man ein

hohes Potential. So ist man auch mit Kombi-

Produkten wie Duoplus oder Trioplus

erfolgreich. Duoplus-Kunden beispielsweise

erhalten nicht nur günstige Stromtarife,

sondern auch 3 Prozent Nachlass auf die

jährliche Gasrechnung, wenn sie beide

Energiearten gleichzeitig von der GGEW AG

beziehen. Kunden, die Strom oder Gas und

gleichzeitig Wasser beziehen, sparen mit

Trioplus auch beim Wasser: der Nachlass

liegt bei netto 10 Pf/m_ auf den

Frischwasserpreis. Zu dieser Vielfalt an

Standardprodukten gesellen sich zahlreiche

individuelle Vereinbarungen: sowohl regional

- mit Kundengruppen wie den Mitgliedern der

Kreishandwerkerschaft oder mit

Wohnbaugesellschaften - als auch

bundesweit, wo man seit Beginn der

Strommarktliberalisierung allein in die Jahr

über 50 neue Industriekunden dauerhaft

gewinnen konnte.

Klassisches Abrechnungssystem stieß an

die Grenzen

Dieser Vielfalt war das alte

Abrechnungssystem von Schleupen längst

nicht mehr gewachsen, denn es war

klassisch ganz auf die Abnahmestelle

ausgerichtet. Kunden mit mehreren

Abnahmestellen und zusätzlich mehreren

Energiearten waren so nur mit “Klimmzügen“

abzubilden. Manche Spezialproduke wie etwa

die Naturstrompakete mussten gar manuell

berechnet werden. Schon Mitte 2000 begann

man bei der GGEW AG deswegen mit dem

Auswahlprozess für eine neue Lösung, mit

der man auch technisch ein Fundament für

die weitere erfolgreiche Entwicklung legen

wollte. Das Verfahren war bewusst offen

gehalten. Wichtig war für Rainer Babylon,

Bereichsleiter für Marketing und Vertrieb, dass

das neue System sich flexibel an die

Anforderungen der GGEW AG anpassen

lassen musste. “Eine

Rechenzentrumslösung schlossen wir

deswegen schon frühzeitig aus. Denn es

zeigte sich, dass wir dabei zu sehr in ein

Schema gepresst worden wären.“

Die Entscheidung fiel am Ende zugunsten

des bisherigen Lieferanten Schleupen und

dessen neuer Lösung Schleupen.CS. Sie

hatte am Ende nicht nur funktional die Nase

vorn, auch im live-Einsatz beim

Referenzbesuch hatte Schleupen.CS den

besten Eindruck hinterlassen. So fiel im März

der Startschuss für das Einführungsprojekt.

Nicht nur für das Modul Vertragsabrechnung,

gleichzeitig wurden auch die Anwendungen

der Logistik inklusive Auftragsmanagement

sowie das Modul CS.CR für das Customer

Relationship Management implementiert. Ein

anspruchsvolles Projekt, nicht nur weil fast

alle Fachbereiche von der Einführung

betroffen waren. Auch der Zeitrahmen war eng

gesteckt. In nur sechs Monaten wurde das

komplette System eingeführt. Pünktlich zum 4.

Oktober 2001 konnte das System schon nach

einem halben Jahr in Betrieb genommen

werden. Anschießend wurde noch das bereits

seit mehr als einem Jahr bei der GGEW AG

im Einsatz befindliche Modul CS.CR für das

Customer Relationship Management in die

neue Software integriert.

Der Kunde steht im Mittelpunkt

“Für uns war das wie der Eintritt in eine ganz

neue Welt“, so Rainer Babylon im Rückblick.

Erstmals stand für sämtliche

Unternehmensbereiche eine einheitliche

Datenbasis in einer zentralen Datenbank zur

Verfügung, vom Rechnungswesen, wo man

unabhängig von der Entscheidung für die

weiteren Systeme schon im Jahr 2000 die

entsprechenden Schleupen.CS-Module

eingeführt hatte, bis zum Vertrieb. Hier hatte

man nun endlich auch das Werkzeug, um den

Kunden transparent betrachten und ihn

ganzheitlich betreuen zu können. Denn im

Mittelpunkt der CS.VA_Vertragsabrechnung

steht der Kunde, mit all seinen Verträgen,

egal zu welcher Energieart sie gehören oder

zu welcher Anschlussstelle. Für den

Kundenbetreuer standen nun erstmals alle

Daten “auf einen Blick“ zur Verfügung, was die

Prozesse in der direkten Kommunikation

erheblich vereinfachte. Gleichzeitig wurden

neue Potentiale für das Marketing

erschlossen, da die Daten nach den

unterschiedlichsten Gesichtspunkten

ausgewertet und so ganz dezidierte Aktionen

gestartet werden können. Und nicht nur

unterschiedliche Energiearten wie Strom,

Gas, Wasser oder Wärme können parallel

abgerechnet werden, auch Dienstleistungen,

wie der Einzug der Abwassergebühren - ein

Gebührenbestandteil hierbei ist z. B. die

Abgabe für versiegelte Flächen - die die

GGEW AG für die Stadt Bensheim abrechnet,

sind möglich. “Für uns war eine der

wichtigsten Voraussetzungen, dass wir

künftig in der Lage sind, auf alle nur

denkbaren Abrechnungsvarianten reagieren

zu können“, so Rainer Babylon. Hier sieht er

einen der Hauptvorteile der Lösung.

Offenheit erschließt Einsparungspotentiale


Wichtig für ihn war aber auch die Offenheit

und Integrationsfähigkeit der Lösung. Aus der

Verbrauchsabrechnung in die

Finanzbuchhaltung durchbuchen zu können,

war hier nur ein Aspekt, der vor allem dem

Rechnungswesen das Leben leichter

machte. Daneben werden jetzt aber auch

Daten aus dem System für das

Netznutzungsmanagement oder aus der

Zählerfernauslesung direkt verarbeitet. Und:

auch bei der Zahlerdatenerfassung im

Privatkundenbereich spart die Offenheit des

Systems inzwischen viel Arbeit. Zusammen

mit der Deutschen Post AG wird wurde ein

Verfahren eingesetzt entwickelt, über das

sämtlichen Privatkunden regelmäßig mit

Erfassungskarten versorgt werden. Die

ausgefüllten Karten werden dann in einem

Rechenzentrum der Deutschen Post AG

ausgelesen und die Daten bei der GGEW AG

direkt in die Vertragsabrechnung

übernommen und abgerechnet. Damit

entfallen nicht nur die früher üblichen

manuellen Arbeiten, es müssen auch keine

eigenen Ableser mehr beschäftigt werden.

Und: man hat ein Verfahren, das sich

gleichermaßen für die Kunden im eigenen

Versorgungsgebiet wie auch für die

überregionalen Kunden eignet. Mit der

Deutschen Post AG arbeitet man jetzt

übrigens auch vertrieblich zusammen: Strom

der GGEW AG wird inzwischen auch in mehr

als 1.000 Postfilialen zwischen Saarbrücken

und Kassel verkauft. So soll die Zahl der

momentan bereits über 5.000 Kunden

außerhalb des eigenen Netzgebietes weiter

deutlich gesteigert werden.

Im rationellen Einsatz der vorhandenen Mittel

aber vor allem auch in der konsequenten

Nutzung von IT-Werkzeugen zur

Automatisierung von Prozessen sieht Rainer

Babylon auch für die Zukunft noch weitere

Potentiale, die helfen, auch als kleiner

Versorger im Preiskampf mit den Großen

mithalten zu können. Und auch im

Energieeinkauf: hier hat man schon frühzeitig

ein kleines Team für den Tradingbereich

aufgebaut, von dessen Erfahrung und

Kompetenz die Kunden heute profitieren. Und

zumindest die regionalen Kunden profitieren

von den Erfolgen gleich doppelt. Denn an die

Anteilseigner der GGEW AG, die Städte und

Gemeinden Bensheim, Zwingenberg,

Alsbach-Hähnlein, Bickenbach und Seeheim-

Jugenheim konnten im Jahr 2000 insgesamt

13 Mio. DM ausgeschüttet werden. Für 2001

wird mit einer ähnlichen Summe gerechnet -

das sind Mittel, die indirekt wieder dem

Bürger und damit dem Kunden zu Gute

kommen.

Weitere Informationen:

 

Schleupen AG – Martina Nawrocki

Tel.: +49 5031 963 330 – Fax: +49 5031 963

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