Logo Press'n'Relations

Kögel Fahrzeugwerke

07. Mai 2002

Ulm

KTL- System contra Verzinkung - KÖGEL-Technologie ist zukunftsträchtiger

Beim Korrosionsschutz ebenbürtig - Vorteile für Konstruktion und Fertigung

In Punkto Korrosionsschutz liegen das KÖGEL KTL-System

- bestehend aus Zinkphosphatierung, KTL-Grundierung

und farbig frei wählbarem Decklack - und die

Feuerverzinkung Kopf an Kopf. Das ist das Ergebnis eines

Expertentreffens im KÖGEL-Werk Burtenbach, an dem

neben Fachleuten aus der Oberflächentechnik und der

Qualitätssicherung von KÖGEL auch Dr. Wolf-Dieter Schulz,

Leiter des Instituts für Korrosions-schutz Dresden,

teilgenommen hat.

Im KTL-System (KTL = Kathodische Tauchlackierung) ist

allerdings die farbige Oberfläche bereits inklusive, während

die verzinkten Teile schon nach kurzer Zeit eher grau

daherkommen. Und: das KTL-System ist gerade im

Fahrzeugbau die Lösung, da es nicht nur den

Konstrukteuren mehr Freiheiten für die Umsetzung

kundengerechter Lösungen gibt sondern sich auch weitaus

besser in den Fertigungsprozess eingliedern lässt. Damit

sieht sich die KÖGEL Fahrzeugwerke AG in ihrer

Entscheidung zugunsten der KTL-Technologie mit Zink-

Phosphatierung bestätigt. \Wir haben hier einen absolut

beherrschbaren und beherrschten Prozess, der uns, was

die künftige Entwicklung angeht, keinerlei Beschränkungen

auferlegt. Aus Sicht der KÖGEL Fahrzeugwerke AG bedeutet

das Zukunftsfähigkeit, im Sinne unserer Kunden ist das

aber auch ein wichtiger Beitrag zum Investitionsschutz\, so

das Fazit von Peter M. Nöhricke, Leiter des KÖGEL-

Qualitätswesens. Eine Einschätzung, mit der er in der

wieder verstärkt geführten Kontroverse \KTL contra

Verzinkung\ nicht alleine steht. Auch in der

Automobilindustrie und bei den Lkw-Herstellern hat sich

KTL mit Zinkphosphatierung als Qualitätsstandard

durchgesetzt.

Farbe und Flexibilität

Aus Sicht des Wissenschaftlers Dr. Schulz bieten sowohl

die Feuerverzinkung als auch das KTL-Verfahren einen

ausreichenden Korrosionsschutz, wobei sich diese

Einschätzung bei KTL ausdrücklich auf das Verfahren mit

Zinkphosphatierung bezieht und nicht auf

Eisenphosphatierung, die einen deutlich schlechteren

Schutz bietet und auch nicht mehr aktueller Stand der

Technik ist. \Feuerverzinken und KTL-System sind zwei

Seiten ein- und derselben Medaille, mit beiden Verfahren

wird ein Korrosionsschutz für etwa 15 bis 20 Jahre erzielt.

Entscheidend ist deswegen, für welche Produkte und

Kundenwünsche das Verfahren verwendet wird\, so Dr.

Wolf-Dieter Schulz. \Während die Verzinkung

beispielsweise eher technische Funktionsoberflächen

liefert, ist das KTL-Verfahren überall dort ideal, wo es auf

Farbigkeit ankommt. Eine gelbe Oberfläche gibt es nur mit

KTL, verzinkte Oberflächen bilden nach kurzer Zeit eher

graue Obeflächen aus - übrigens auch ein

Korrosionsprozess, der aber eine Schutzfunktion für den

verzinkten Stahl hat\. Die Idee, verzinkte Oberflächen zu

lackieren, hält Dr. Schulz im Fahrzeugbau für

unwirtschaftlich, auch deswegen, weil i. d. R. eine

zusätzliche Oberflächenvorbehandlung notwendig ist, wenn

man verzinkte Flächen lackieren will.

Kundengerecht und nicht verfahrensgerecht konstruieren

Feuerverzinken erfordert verzinkungsgerechte

Konstruktionen. Der Grund: Die hohen Temperaturen von

rund 450 Grad und die Druckverhältnisse im

Verzinkungsbad können bei komplexeren Konstruktionen,

bei denen Stahl in unterschiedlichen Dicken verschweißt

wurde, zu Spannungen und schließlich zu Rissbildungen

führen. Für die Verzinkung müssen deswegen die

Konstruktionen speziell ausgelegt werden. Beim KTL-

Verfahren dagegen muss nur darauf geachtet werden, dass

die Flüssigkeit nach den Tauchbädern sauber ablaufen

kann. Ansonsten aber legt KTL dem Konstrukteur keine

Beschränkungen bei der Neu- und Weiterentwicklung von

Fahrzeugen auf.

Mit KTL moderne Fertigungsprozesse realisieren

Eine Feuerverzinkung ist nur schwer in den derzeitigen

Produktionsprozess im Fahrzeugbau zu integrieren. Aus

diesem Grund muss die Verzinkung in den allermeisten

Fällen extern bei entsprechenden Verzinkereien

durchgeführt werden. Aus Sicht der KÖGEL Fahrzeugwerke

AG ist das ein wesentlicher Nachteil. Nicht nur wegen des

zusätzlichen logistischen Aufwands, sondern weil hier in

einem Kernprozess unnötige Abhängigkeiten von einem

Zulieferer entstehen. \Das bedeutet nicht, dass wir die

Verzinkung als Verfahren ablehnen\, so Wolfgang Rumsch

aus der KÖGEL-Oberflächentechnik. \Im Gegenteil: auch

wir verwenden verzinkte Anbauteile, etwa

Ersatzradlagerungen oder Unterlegkeile\. Was aber bei

Anbauteilen sinnvoll sein kann, behindert ansonsten die

Ausbildung moderner Fertigungsstrukturen, wie sie sich

auch beim Bau von Lkw-Anhängern durchgesetzt haben.

\Wir haben uns in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend

gewandelt, vom Werkstattbetrieb zum modernen

Industrieunternehmen mit den entsprechenden

Prozessen\, so Peter M. Nöhricke. Entsprechend benötige

man aber auch Technologien wie das KÖGEL KTL-System,

mit denen man diese Prozesse weiter optimieren und

ausbauen kann, ohne dabei in Sackgassen zu geraten.

\Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist für uns die neue

Diskussion über die Feuerverzinkung ohnehin eine

überflüssige Diskussion. Bei KÖGEL haben wir uns bereits

vor Jahren mit diesem Verfahren beschäftigt und es dann

zugunsten von KTL zu den Akten gelegt\, so sein Fazit.

Damit bietet KÖGEL einen Standard, wie er in der LKW- und

Automobilindustrie üblich sei. Und mehr noch: Einzelne

Hersteller, wie etwa DaimlerChrysler oder MAN, schreiben

für ihre Partner die Verwendung des KTL-Verfahrens mit

Zinkphosphatierung inzwischen vor - ein Grund, nicht

feuerzuverzinken.

KÖGEL Fahrzeugwerke AG

Ulm, Mai 2002