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Kögel Fahrzeugwerke

14. November 2001

Ulm

Kögel Werdau – das Kompetenz-Zentrum in Sachen Kofferaufbau

Ob Trockenfracht, Paketverteiler, Frischdienst

oder Tiefkühltransport, das Kögel-Werk

Werdau ist für die Kögel Fahrzeugwerke AG

heute die zentrale Drehscheibe im Bereich

der Kofferaufbauten. Was kurz nach der

Wende mit 37 Mitarbeitern begann, hat sich zu

einem modernen, für die Fertigung von

Großserien ausgelegten Standort entwickelt.

Insgesamt 400 Mitarbeiter arbeiten hier in

einem Werk, das im Rahmen des

Innovationsprogramms „KÖGEL 2000“ auf

20.000 Quadratmeter überdachte Fläche

ausgebaut wurde. Damit will man bei Kögel

die führende Stellung im Markt für

Kofferaufbauten in der gesamten Spannbreite

- von den Aufbauten ab einem Gesamtgewicht

von 2,8 Tonnen bis hin zu den Aufbauten von

15 bis 18 Tonnen weiter ausbauen.

Neue Fertigungsorganisation für noch mehr

Qualität

Modernste Technik für die jeweilige Aufgabe

am jeweiligen Standort, unter diesem Motto

organisierte die Kögel Fahrzeugwerke AG

nicht nur die Fertigung sondern auch

sämtliche logistischen Abläufe

werksübergreifend neu. Höchste

Fertigungsqualität lautete das Ziel, mit dem

Kögel ab 2001 Qualitätsmaßstäbe setzen

konnte, die bislang nur in der

Automobilindustrie üblich waren.

Gewährleistungen von zwei Jahren auf das

gesamte Fahrzeug, bei vielen Produkten

zusätzlich eine Garantie über sechs Jahre

bzw. eine Million Kilometer Laufleistung

gegen Durchrostung, eine solche Qualität

durchzusetzen war nur möglich, indem man

an den jeweiligen Produktionsstandorten in

die bestmöglichen Fertigungstechnologien

installierte. Und das nicht flächendeckend,

sondern eben je Standort und Produktlinie. Mit

der Neuorganisation konnten nicht nur die

Fertigungsqualität, sondern vor allem auch

die Produktivität deutlich gesteigert werden.

Auch die logistischen Prozesse wurden

vereinfacht. Sowohl Kögel-intern als auch,

was die Zulieferer anbetrifft. Statt wie bisher

alle Kögel-Werke einzeln und parallel zu

beliefern, konzentrieren sich die logistischen

Prozesse jetzt auf die einzelnen

Schwerpunkte. Damit konnten nicht nur

Synergie-Effekte zwischen den Kögel-

Standorten erzielt werden. Auch die

Lieferantenbeziehungen konnten effizienter

gestaltet werden.

Die Basis: das Blechbearbeitungszentrum


Für Werdau bedeutete dies, dass hier

sämtliche Kögel-Kompetenzen für die

Kofferfertigung konzentriert wurden.

Schließlich bot Werdau dafür die besten

Voraussetzungen. Bereits Anfang der 90er

Jahre hatte Kögel hier mit Investitionen von

rund 20 Mio DM ein zentrales

Blechbearbeitungszentrum aufgebaut. Schon

damals waren es Qualitätsgründe, die zu

dieser Investition geführt hatten.

Zulieferbetriebe, die über entsprechende

automatische Blechbearbeitungsanlagen für

Grobbleche verfügten, gab es zu dieser Zeit

nicht. Andererseits war man als Pionier der

Schraubtechnik von Bauteilen sowohl in der

Fertigung von Aufbauten als auch von

Anhängern auf höchste Präzision

angewiesen. Ein Problem, dass man mit dem

eigenen Blechbearbeitungszentrum löste.

Sämtliche Bearbeitungsschritte laufen hier

prozessgesteuert und weitestgehend

automatisiert ab, vom Stanzen der Teile über

das Schneiden, das Formen und Schweißen

bis hin zur Oberflächenbehandlung. Die

eingesetzten Technologien wurden je nach

Stand der Technik ausgebaut, zuletzt im

Rahmen von „KÖGEL 2000“ im Bereich

Lasertechnologien für den Blechzuschnitt.

Von der Einzel- zur Serienfertigung

Anfang der 90er Jahre war der

Produktionsausstoß in Werdau noch

bescheiden. Fünf bis acht Fahrzeuge

verließen wöchentlich die Hallen, von einer

Serienproduktion im größeren Maßstab

schien man damals weit entfernt. Doch das

änderte sich schnell. Mit dem

Blechbearbeitungszentrum im Rücken

begann man bei Kögel auch die

Fertigungskapazitäten deutlich auszubauen.

Schon Mitte der 90er Jahre verließen so bis zu

50 Fahrzeuge pro Woche die

Fertigungsstraßen. Dann wohl

entscheidenden Impuls brachte dann aber

1995 der Auftrag für die Fertigung von

insgesamt 8.700 Integralaufbauten von

Daimler Benz für die neuen

Postfrachtverteilfahrzeuge der Deutschen

Bundespost. Dieser Auftrag, der weitere

Aufträge nach sich zog, führte nicht nur dazu,

dass die Mitarbeiteranzahl kurzfristig auf rund

270 ausgebaut werden musste, sie brachte

auch neue Impulse für die weitere

Entwicklung des Werks. So begann man hier

in der zweiten Hälfte der 90er Jahre neben

den Kofferaufbauten auch

Wechselverkehrsanhänger und

Zentralachskipper zu fertigen. Die

Mitarbeiterzahl wuchs entsprechend und im

Rahmen von Kögel 2000 entschloss man

sich, den Standort Werdau weiter

auszubauen. Insgesamt 10 Mio. DM steckte

man vor allem in die Erhöhung der

Produktionskapazitäten und in die

Vergrößerung der Produktionsflächen. So

wurde die Montagehalle um ca. 3.200

Quadratmeter vergrößert. Aber auch die

Reparatur- und Ersatzteillager wurden

erweitert und schließlich die

Fahrzeugauslieferungsplatz auf 13.000

Quadratmetern neu gestaltet. Das Ziel: mit

den Mitteln moderner Fertigungsorganisation

sollten in Werdau alle Voraussetzungen für

eine effiziente Serienfertigung geschaffen

werden, mit der man aber gleichzeitig auch

der Varianten- und Ausstattungsvielfalt im

Kofferbereich gerecht werden kann. Denn je

nach Transportgut und speziellen

Bedürfnissen müssen immer auch die ganz

individuellen Anforderungen des

Auftraggebers berücksichtigt werden.

Die EuroBOX-Spezialisten

Zentraler Zulieferer von Blechteilen für die

gesamte Kögel-Gruppe, ein

Produktionsaustausch von 150 Fahrzeugen

pro Woche, das Kögel-Werk Werdau

präsentiert sich heute als hochproduktiver

und spezialisierter Serienfertiger von

Kofferaufbauten. Musste man beim ersten

Auftrag für die Paketverteilfahrzeuge der

Deutschen Bundespost noch einen großen

Teil dieser Fahrzeuge im Ulmer Stammwerk

fertigen, wird der neue Auftrag, der im April

2000 erteilt wurde, nun komplett in Werdau

abgewickelt. Die Auftraggeber sind die

gleichen, auch wenn sie heute andere

Namen tragen: aus der Bundespost wurde

inzwischen die Deutsche Post AG, aus

Daimler Benz wurde DaimlerChrysler. Das

Auftragsvolumen indes blieb konstant: rund

9.000 Postfrachtverteilaufbauten sind es, die

bis 2003 geliefert werden müssen. Doch nicht

nur diese Integralkofferaufbauten sichern

heute die Auslastung der Produktion. Auch die

weitere Palette der Aufbauten für die

Trockenfracht, aber auch für den Frischdienst

und den Tiefkühlbereich kommen heute aus

Werdau. Von der zwischenzeitlichen

Kipperproduktion hat man sich längst

verabschiedet, das Thema in Werdau heißt

ausschließlich noch EuroBOX, mit dem man

die führende Rolle von Kögel als Hersteller

von LKW-Aufbauten weiter ausbauen will.

 

KÖGEL Fahrzeugwerke AG

Ulm, im September 2001