Logo Press'n'Relations

AKTIF Technology

24. Januar 2002

Senftenberg

Eine logische Entwicklung: das Stadtwerk als IT Dienstleister

Neubrandenburger Stadtwerke bieten mit AKTIF dataService ganz neue Produkte

Gedacht war das neue

Energiedatenmanagement-System der

Neubrandenburger Stadtwerke zunächst nur

für den internen Einsatz. Doch als man sich

bewusst wurde, welche Möglichkeiten ein

solches System bietet, wurde die Lösung als

ein zentraler Bestandteil in das neue

Dienstleistungsangebot integriert. So können

künftig auch andere Stadtwerke mit dem

neuen EDM-System der Neubrandenburger

Stadtwerke GmbH, dem AKTIF dataService,

ihr Fahrplan- oder Bilanzkreismanagement

abwickeln – entweder im ASP-Betrieb oder

als Service, der komplett über die

Neubrandenburger Stadtwerke GmbH

abgewickelt wird. Mit diesem und weiteren

Service-Paketen, etwa für das

Portfoliomanagement, die Berechnung von

Netznutzungsentgelten oder die Optimierung

von Lastprofilen, haben sich die

Neubrandenburger Stadtwerke so ein ganz

neues Geschäftsfeld im

Dienstleistungsbereich geschaffen.

 

Gestartet hatte man in Neubrandenburg das

Projekt „Energiedatenmanagement“ eher mit

bescheidenen Ansprüchen. Ein System für

das Zeitreihenmanagement sollte gefunden

werden, mit dem man all die Arbeiten

erledigen wollte, die man mit dem bislang

eingesetzten Verfahren auf Basis von Excel

nicht mehr bewältigen konnte. Aufgrund der

Einführung neuer Energieprodukte haben

sich zahlreiche Kunden außerhalb des

eigenen Netzgebietes für eine Belieferung

durch die Neubrandenburger Stadtwerke

GmbH entschieden. Ein Geschäft, das Ende

2000 zunehmend an Dynamik gewann, und

dem man mit Excel längst nicht mehr Herr

wurde. Die neue Lösung sollte aber Hand

und Fuß haben. So ging man mit

mecklenburgischer Gründlichkeit an die

Auswahl eines neuen Systems. Insgesamt

sind ein Dutzend Softwaresysteme von der

Abteilung Energiewirtschaft bis ins kleinste

Detail getestet worden. Dabei wurde recht

schnell klar, dass das, was man ursprünglich

gesucht hatte – ein reines

Zeitreihenmanagement – den Anforderungen

der Neubrandenburger Stadtwerke GmbH

nicht gerecht werden würde. Schließlich

wollte man in Neubrandenburg alle Fliegen

mit nur einer Klappe schlagen. Sowohl die

Anforderungen des Netzbetriebes als auch

die des Vertriebes mussten berücksichtigt

werden. Durch das gewählte System soll

auch die Vermarktung der eigenen

Stromproduktion abgebildet werden.

Alle Bereiche vertreten: Handel, Vertrieb,

Netzbetrieb

Zur Optimierung ihres Portfolios sind die

Neubrandenburger Stadtwerke auf dem OTC-

Markt und an der LPX aktiv. So wird

beispielsweise ein Teil der Energie zur

Belieferung der Kunden außerhalb des

eigenen Netzgebietes direkt von der LPX

bezogen. Diese Prozesse müssen von den

IT-Systemen abgebildet und soweit wie

möglich automatisiert werden. Für das EDM-

System heißt das, dass täglich die Prognose

auf Basis der Stadt-Last sowie der

Verbrauchsdaten der Kunden außerhalb des

eigenen Netzgebietes mit der Erzeugung

abgeglichen werden muss. Daraus werden

dann die entsprechenden Fahrpläne generiert

und an das System für das

Portfoliomanagement übergeben.

Auch im Netzbetrieb der Neubrandenburger

Stadtwerke GmbH kommt das

Energiedatenmanagement zum Einsatz. So

wird es beispielsweise bei der täglichen

Netzbilanzierung, der Messwertübermittlung

sowie der Ermittlung von

Jahresdifferenzmengen von Lieferungen an

fremdversorgte Kunden eingesetzt. Mit den

Möglichkeiten des EDM-Systems können hier

Differenzen zum ursprünglichen Fahrplan

schnell erkannt werden. Bei entsprechenden

Abweichungen sind diese finanziell

auszugleichen. Aber auch sonst soll das

neue System offensiv eingesetzt werden. So

plant die Neubrandenburger Stadtwerke

GmbH, den Händlern künftig die jeweils

aktuellen Lastprofile vorzugeben, die in die

entsprechenden Bilanzkreise einzustellen

sind. Ein Service, den bislang nur wenige

deutsche Stadtwerke anbieten.

Der Weg zum Dienstleister: ein Lernprozess


„Dass sich alle diese Anforderungen mit

einem reinen Zeitreihenmanagement nicht

abdecken lassen, wurde uns sehr schnell

klar,“ erinnert sich Dirk Gresens,

verantwortlich für das

Energiedatenmanagement im Bereich

Energiewirtschaft der Neubrandenburger

Stadtwerke GmbH. Als Drehscheibe zwischen

der Zählerfernauslesung, dem Trading und

der Abrechnung musste das EDM-System

einerseits offen für die Anbindung der

entsprechenden Lösungen sein, um die

entsprechenden Geschäftsprozesse

lückenlos abbilden zu können. Aber es mu&

szlig;te

weiterhin auch mit anerkannten Standards,

wie etwa dem EDIFACT-Format MSCONS,

arbeiten. Auch funktional waren die

Ansprüche hoch, von der Verarbeitung der

Verbrauchsdaten über die Prognose bis hin

zum Fahrplan- und Bilanzkreismanagement.

„Auch für uns war das ein Lernprozess,“ so

Maik Skrzypcak, der zusammen mit Dirk

Gresens das EDM-System betreut. „Erst

während der Systemauswahl erkannten wir

etwa, wie wichtig ein integriertes

Vertragsmanagement ist. In vielen Systemen

war dies gar nicht vorhanden oder lief als

gesondertes Modul.“ Dass beim AKTIF

dataService das Vertragsmanagement als

einer der ganz wenigen Lösungen integriert

war, war aber schlussendlich nur eines der

Argumente bei der Entscheidung zu Gunsten

des Systems. Fast ebenso wichtig – und ein

ganz zentraler Gesichtspunkt während der

Testinstallationen - waren der Service und die

Ansprechbarkeit des Anbieters, die fachliche

Kompetenz in Sachen Energie, aber vor allem

auch die eingesetzte Technologie.

 

„Eine der wichtigsten Ergebnisse des

gesamten Projektes, von der Auswahl bis zur

Einführung, war für uns, dass wir ein Know-

how aufbauen konnten, zu Themen wie

Fahrplan- oder Bilanzkreismanagement bzw.

zu all den anderen Themen, die den

Stadtwerken heute das Leben beträchtlich

schwerer machen, als das früher der Fall

war“, so Dirk Gresens im Rückblick. Und von

dieser Erkenntnis bis zur Idee, das

gewonnene Know-how auch anderen

Stadtwerken zur Verfügung zu stellen, war es

dann nur noch ein kleiner Schritt. Die

organisatorische Basis dafür hatte man

bereits durch die Zusammenführung

verschiedener Aufgabenbereiche in der

Abteilung Energiewirtschaft geschaffen. In ihr

ist der gesamte Themenblock vom EDM bis

hin zum Portfoliomanagement angesiedelt.

Für ein mittelgroßes Stadtwerk ein durchaus

nicht üblicher Schritt, denn vielerorts werden

diese Aufgaben immer noch „nebenher“

erledigt. Mit AKTIF dataService verfügt der

Bereich Energiewirtschaft jetzt über ein

Werkzeug, mit dem die neuen

Dienstleistungen wirkungsvoll vermarktet

werden können.

Regional erfolgreich beim Strom – regional

orientiert in der Dienstleistung

Die regionale Strategie, mit der man beim

Strom erfolgreich war, will man jetzt auch bei

der Vermarktung der Dienstleistungen

anwenden. Natürlich ist die Region hier etwas

weitergefasst. Man zielt hier vor allem auf

kleine und mittlere Stadtwerke sowohl in

Mecklenburg-Vorpommern als auch in

Brandenburg. „Aber wie beim Strom werden

wir nicht Nein sagen, wenn jemand unsere

Produkte nutzen will, der nicht direkt aus der

Region kommt,“ so Dirk Gresens. Technisch

ist das kein Problem, denn mit AKTIF

dataService können die Neubrandenburger

Stadtwerke ganz individuell auf die Wünsche

eines Stadtwerkes eingehen. Da die

Bedieneroberfläche vollständig in Java

realisiert ist und mit einem normalen Web-

Browser bedient wird, kann die Anwendung

vollständig als ASP-Lösung angeboten

werden. Das bedeutet, die Software selbst

läuft auf einem Server in Neubrandenburg,

der Kunde benötigt lediglich eine Anbindung

per ISDN oder per Standleitung sowie einen

PC mit Browser. Die Software muss vor Ort

nicht installiert werden und somit entfallen die

Aufwände für die Administration vollst&

auml;ndig.

Darüber hinaus bieten die Neubrandenburger

Stadtwerke aber auch die Möglichkeit,

Themen wie Fahrplan- oder

Bilanzkreismanagement vollständig für

andere Stadtwerke abzuwickeln, zusätzlich zu

Dienstleistungen wie der Berechnung von

Netznutzungsentgelten bei Strom und bei

Gas, Ermittlung und Optimierung von

standardisierten Lastprofilen, Prognosen

oder Portfoliomanagement. „Wir gehen davon

aus, dass es für viele Stadtwerke günstiger

sein kann, einen solchen Service zu nutzen,

als ein Gesamtsystem selbst zu betreiben,“

so Dirk Gresens. Damit sehen die

Neubrandenburger Stadtwerke in ihrem

Angebot durchaus auch einen Beitrag zur

Stärkung der regionalen Energieversorger

und Strukturen, vor allem für die kleineren und

mittelgroßen Unternehmen.

Kontakt:

AKTIF Technology GmbH – Silke Otum

Am See 5 – D-01968 Senftenberg

Tel: +49 3573 14 88 0 - Fax: +49 3573 14 88

29

info@aktif-technology.com - www.aktif-

technology.com

Neubrandenburger Stadtwerke GmbH

Dirk Gresens – Abteilung Energiewirtschaft

John-Schehr-Straße 1 - 17033

Neubrandenburg

Tel.: +49 3 95 35 00-295 –

dgresens@nsw.de