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cronos Unternehmensberatung

05. Oktober 2001

Münster

Alles auf einmal und das Jahrtausend nebenbei

Mit SAP IS-U/CCS gehen die Stadtwerke Braunschweig weiter in die Offensive

Bei den Privatkunden war sie ganz vorne

dabei. Schon im März 1999 startete die

Braunschweiger Versorgungs AG ihre erste

Kampagne, vier Monate bevor Yello und RWE

mit ihren Angeboten in die Offensive gingen.

Und der Vorstoß war erfolgreich. Was fehlte,

war die geeignete Software, mit der man

diesen Erfolg auch entsprechend verarbeiten

konnte. Denn dazu war die fast 25 Jahre alte,

selbstentwickelte Lösung für die

Tarifkundenabrechnung nur noch bedingt in

der Lage. Deswegen entschied man sich bei

der Braunschweiger Versorgungs AG für

einen Rundum-Schlag. Neben der

Komplettumstellung von SAP R/2 auf R/3

wurde parallel auch IS-U/CCS eingeführt. Ein

Kraftakt, der mit Unterstützung des Team

Utilities, bestehend aus der cronos

Unternehmensberatung, Münster, und der

GISA, Halle, auch gelang. Und nach den

ersten Monaten im praktischen Einsatz zeigt

sich, dass viel mehr möglich ist, als man

ursprünglich gedacht hatte.

„Wenn Sie einen Hund jahrelang an der Leine

führen, dann dauert es eine Zeit, bis er frei

laufen kann“, mit diesen Worten fasst

Klaus-Jürgen Wildschütz, EDV-Chef bei der

Muttergesellschaft Stadtwerke Braunschweig

GmbH, die Erfahrungen nach etwas mehr als

einem halben Jahr mit IS-U/CCS zusammen.

Denn die Umstellung, die die rund 1.800

Mitarbeiter des Gesamtkonzerns in den

vergangenen zwei Jahren mitgemacht haben,

fiel durchaus drastisch aus. Schließlich war

man nicht nur von einem maßgeschneiderten

System, das in 25 Jahren in einem

durchregulierten Markt perfektioniert worden

war, auf eine Lösung umgestiegen, die

flexibel auf die Eventualitäten eines

deregulierten Marktes eingerichtet ist. Auch

die Anforderungen, die dieser neue Markt

stellt, mussten erst einmal verarbeitet werden.

Parallel dazu wurde die komplette

DV-Landschaft ausgetauscht: R/2 wurde

durch R/3 ersetzt, und der alte Siemens

BS/2000-Host durch ein völlig neues System

auf Basis von Windows NT. Die Anwender

mussten sich an völlig neue Arbeitsabläufe

gewöhnen, eine neue Vielfalt an

Funktionalitäten erlernen und gleichzeitig

auch den Sprung vom zeichenorientierten

Terminal zur grafischen PC-Oberfläche

machen. Der Jahrtausendwechsel, der in die

Anlaufphase dieses Großprojekts fiel, geriet

darüber fast zur Nebensache.

Gemeinsame Sprache als Grundlage für

Projekterfolg

Das primäre Ziel war es zunächst,

ausschließlich die Kerngeschäftsprozesse in

IS-U abzubilden. Die Prozesse, die nötig

waren, das offensive Vorgehen auf dem Markt

auch tatsächlich mit der Software abzubilden.

Denn die 15 Monate, die für die Einführung

veranschlagt worden waren, sehen zwar

zunächst nach einem nicht allzu knappen

Zeitrahmen aus. Doch wenn man bedenkt,

dass die dem Projekt zugeteilten Mitarbeiter in

der Regel nur an zwei Tagen in der Woche für

die Einführung aktiv werden konnten, relativiert

sich dieser Zeitraum schnell. Zudem lief

parallel nicht nur die R/3-Einführung, die die

Teams zusätzlich belastete, es wurden „auch

ein paar Vergewaltigungen des Altsystems„

nötig, um die Zeit bis zum IS-U-Start zu

überbrücken. Trotz dieser Widrigkeiten endete

das Projekt mit einer Punktlandung, was nicht

zuletzt an der funktionierenden

Kommunikation gelegen hat: zwischen den

betroffenen Fachabteilungen, aber auch

zwischen den internen und den externen

Projektmitarbeitern der cronos

Unternehmensberatung. Koordiniert werden

mussten dabei bis zu 26 Projektbeteiligte.

Zwei Drittel davon aus den internen Bereichen

wie Vertrieb, Finanzwesen und

Geräteverwaltung, der Rest vom Team

Utilities, wobei die cronos

Unternehmensberatung beim Teilprojekt IS-U

federführend war. Erleichtert wurde die

Kommunikation sicherlich dadurch, dass die

Mitarbeiter aus den Fachabteilungen

„EDV-kompatibel„, d.h. in der Lage waren, ihre

Anforderungen so zu formulieren, dass sie

von den Spezialisten in der EDV und bei

cronos auch direkt verarbeitet werden

konnten. Dass sowohl der Fachbereich als

auch die EDV eine gemeinsame Sprache

sprechen, ist ja durchaus nicht

selbstverständlich. Bei der Braunschweiger

Versorgungs AG war dies ein Ergebnis von

jahrelanger Übung aus der Entwicklung

eigener Lösungen. Nicht nur der für die

Tarifabrechnung, sondern vor allem auch bei

der Sondervertragskundenlösung, die von den

Braunschweigern in den 90er-Jahren aktiv

vermarktet wurde und heute noch bei einer

ganzen Reihe von

Energieversorgungsunternehmen in Betrieb

ist.

Kernprozesse sofort, Feinheiten

später

Zunächst nur auf die Kernprozesse zu setzen,

diese Strategie hat sich aus Sicht von

Klaus-Jürgen Wildschütz als richtig erwiesen.

Denn so war man schon Ende 2000 mit IS-U

handlungsfähig und konnte die offensive

Strategie im Privatkundenbereich noch

effizienter weiterfahren. Mit zunehmendem

Erfolg: „Wir haben kaum Kunden verloren,

gleichzeitig aber außerhalb unseres Gebietes

stark dazu gewonnen. Selbst der

Bevölkerungsrückgang in Braunschweig -

mehr als 10.000 Einwohner in den letzten

Jahren - konnte mehr als aufgefangen

werden“, so Gerd Schlüter, stellvertretender

Leiter des Privatkundenservices. Heute liegt

man bei rund 170.000 Kunden mit etwa

270.000 Zählern, Tendenz steigend - nicht

nur bei Strom, auch bei Gas, Wasser und

Fernwärme. Und man konnte auch bei den

gewerblichen Kunden kräftig zulegen. Ketten

wie „New Yorker“, „Jean Pascale“ oder „Bijou

Brigitte“ konnten gewonnen und – jetzt mit

Hilfe von IS-U – auch sauber abgerechnet

werden. Die ca. 1.000 komplexeren

Sonderkunden, beispielsweise mit eigener

Energieerzeugung und monatlicher

Abrechnung, werden allerdings bislang nicht

über IS-U abgerechnet. „Wir wollten

sichergehen, dass wir das System auch

beherrschen, bevor wir auch die Verträge

abbilden, mit denen wir die größten Umsätze

machen“, so Hans-Jürgen Becker, zuständig

für den Geschäftskundenservice. Deswegen

werden derzeit in Zusammenarbeit mit der

cronos Unternehmensberatung diese

Verträge jetzt Schritt für Schritt in IS-U

abgebildet, so dass ab Jahresbeginn 2002

auch der Sondervertragskundenbereich

vollständig überführt ist.

Weiterer Ausbau auf Basis der bisherigen

Zusammenarbeit

Geprägt von den Erfahrungen, die man bei

dem Braunschweiger

Energieversorgungsunternehmen in den 25

Jahren der Entwicklung eigener

Softwarelösungen und –produkte gemacht

hat, sieht man das erste Jahr im produktiven

Einsatz vor allem auch als Chance. Als

Chance, Fehler auszumerzen und, vor allem

die Potentiale des Systems richtig zu

erschließen. „Es ist wichtig, sich

klarzumachen, dass man mit der Einführung

eines Systems wie IS-U nicht auf einmal aller

Sorgen ledig ist“, betont Klaus-Jürgen

Wildschütz seine Erfahrungen. „Es gibt bei

einem solchen Projekt immer Beulen, die

man ausbügeln muss. Und das Potential

einer Lösung wie IS-U kann auch nicht mit

einem Schlag und ohne externe Hilfe

erschlossen werden.“ Denn mit den

Möglichkeiten sind natürlich auch die

Anforderungen an die Mitarbeiter gestiegen.

Auch damit muss umgegangen werden.

Deswegen hat man sich für das gesamte

erste Jahr auch die nötigen Ressourcen für

eine weitere Unterstützung gesichert. Im

Rahmen des „Consulting-on-Demand“

stehen die Berater von cronos bei Bedarf

jederzeit zur Verfügung, um dabei zu helfen,

die weiteren Potentiale von IS-U zu

erschließen. Und hier sieht man zahlreiche

Entwicklungschancen, von der weiteren

Automatisierung vieler Abläufe bis zur

Integration von Internet und Customer

Relationship Management. „Viele Dinge

wären selbst mit Klimmzügen in der

Programmierung mit dem alten System nicht

zu realisieren gewesen. Hier stehen sie im

Standard zur Verfügung“, so Klaus-Jürgen

Wildschütz. Und das spüren auch die

Anwender, je mehr sie mit dem System

vertraut werden. Eine falsche Abrechnung zu

korrigieren, früher ein aufwendiges Verfahren,

kann heute während des Telefongesprächs

mit dem Kunden erledigt werden. Die

Rechnung aus dem optischen Archiv

aufrufen, stornieren, neu ausstellen und direkt

auf den Fax-Server schicken - auch die

Mitarbeiter, denen der drastische Wechsel

zunächst schwer fiel, wollen solche

Möglichkeiten nicht mehr missen.

weitere Informationen:

cronos unternehmensberatung GmbH

Herr Carsten Schroeder

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