

Wieland Werke AG
03. November 2010

1. Das vierte Treffen des „Forum pro Aqcua“ fand am 19.10.2010 in Neu-Isenburg statt

2. Gastredner Pero Mićić

3. Gastredner Thomas Richter

4. Gastredner Günter Schieweck
Trinkwasserqualität im Fokus: Herbsttagung des „Forum pro Aqcua“ zum Thema bleifreie Sanitärinstallationen
„Verbraucherschutz als Marktchance“: Viertes Treffen im Oktober in Neu-Isenburg
Nachhaltiges Bauen, ein unbelastetes Raumklima und Lebensmittel aus ökologischer Herstellung: Immer mehr Konsumenten legen Wert auf umweltfreundliche Produkte, die ein gesundes Lebensumfeld gewährleisten. „Dieser veränderten Wahrnehmung der Verbraucher wollen wir Rechnung tragen“, betonte Alexander Dehnelt, Vetriebsleiter von Diehl Metall Messing, in seiner Eröffnungsrede zum „Forum pro Aqcua“. Das von den Halbzeugherstellern Wieland-Werke AG und Diehl Metall Messing initiierte Fachforum fand dieses Mal am 19. Oktober 2010 im Kempinski Hotel in Neu-Isenburg statt. Im Rahmen der Herbsttagung trafen sich erneut führende Hersteller von Sanitärarmaturen, um sich zum Thema bleifreie Trinkwasserinstallation auszutauschen und die Förderung bleifreier Sanitärkomponenten voranzutreiben. Hintergrund ist die für 2013 vorgesehene Endstufe der Trinkwasserverordnung, welche die Reduktion des Grenzwertes von Blei im Trinkwasser von derzeit 25 auf 10 Mikrogramm pro Liter vorsieht. Mehrere namhafte deutsche Hersteller haben heute schon Sanitärbauteile mit Null Prozent Bleianteil im Programm – auf Basis des bleifreien Messingwerkstoffes CUPHIN, der seit 2009 von Wieland und Diehl gemeinsam vertrieben wird. Komponenten aus diesem alternativen Werkstoff stellen damit eine technische Lösung dar, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Entsprechend möchten die Armaturenhersteller mit Bauteilen aus CUPHIN insbesondere sensibilisierte und kritische Endanwender ansprechen, die in zunehmendem Maße nachhaltige Bauprodukte fordern. Die Vorträge und Diskussionen auf der Herbsttagung des „Forum pro Aqcua“ verdeutlichten, dass die Bedeutung bleifreier Sanitärkomponenten zunehmen wird – mit entsprechenden Marktchancen für die SHK-Branche.
Um auch den neuen Teilnehmern des Forum pro Aqcua einen detaillierten Einblick in die Thematik zu gewähren, erläuterten Referenten der Firmen Wieland und Diehl zunächst das regulatorische Umfeld und gaben einen Überblick über die derzeit zugelassenen Werkstoffgruppen. Neben der Novellierung der EU-Trinkwasserverordnung DWD 98/83/EC steht bei den deutschen Normen die Revision der DIN 50930-6 an. Diese Norm regelt die Eignung von Werkstoffen zur Einhaltung der deutschen Trinkwasserverordnung. Sie soll sich mit einer ,Composition List’ an der European Acceptance Scheme (EAS) orientieren, also dem „Europäischen Anerkennungssystem für Bauprodukte im Kontakt mit Trinkwasser“. Die Entwurfsfassung wird voraussichtlich Ende 2010 vorliegen.
Entwicklungen auf dem US-Markt: Chancen und Risiken
Nach den Einführungsvorträgen zum Werkstoff und den gesetzlichen Hintergründen in Europa referierte Günter Schieweck vom US-Zertifizierer IAPMO R & T über das regulatorische Umfeld in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Vortrag machte klar, dass die Entwicklungen in den USA in mehrfacher Hinsicht bedeutsam für Europa sind. Schieweck erläuterte, dass einzelne US-Bundesstaaten durch ihre äußerst restriktive Gesetzgebung zunehmend den Einsatz bleiarmer Sanitärwerkstoffe forcierten. Gerade Kalifornien gilt mit seiner scharfen Umweltgesetzgebung ein Stück weit als Trendsetter, auch für Europa – so zum Beispiel mit der aktuellen kalifornischen Verordnung AB 1953. Durch entsprechend niedrige Bleigrenzwerte sowie durch äußerst komplexe Zulassungsverfahren hätten es europäische Hersteller von Sanitärarmaturen einerseits sehr schwer, auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Anderseits würde eine generelle Umstellung auf alternative, bleifreie Werkstoffe europäischen Herstellern durchaus Marktchancen in den USA eröffnen – das machten die Ausführungen von Günter Schieweck deutlich.
Nachhaltige technische Lösungen: „Blue Responsibility“-Kampagne
Im Anschluss referierte Thomas Richter vom Armaturenhersteller Dornbracht über die vom VDMA-Verband initiierte Kampagne „Blue Responsibility“ zur Förderung nachhaltiger technischer Lösungen für den Trinkwasserbereich. Angesichts des weltweit zunehmenden Mangels an Trinkwasser ergäben sich besonders für die deutschen Hersteller von Sanitärarmaturen Möglichkeiten, hier einen Beitrag zu leisten und gleichzeitig Marktpotenziale zu nutzen. Richter führte aus, welche Produkte Dornbracht im Rahmen der Kampagne und der begleitenden Projekte entwickelt hat. Das Unternehmen stattete Waschtische und Bidetarmaturen mit Durchlaufbegrenzern aus und konnte laut Thomas Richter eine Reduktion des Wasserverbrauches von bis zu 25 Prozent erzielen, und das ohne Komfortverlust. Zum Nachhaltigkeitskonzept gehörten aber nicht nur die genannten Maßnahmen, sondern „auch die Herstellung von Armaturen aus Werkstoffen wie CUPHIN“, erklärte Richter und appellierte an die geladenen Fachleute, „Wasser als kostbares Gut“ zu begreifen.
Zukunftsmanagement: Entscheidend für Unternehmen
Abgerundet wurde die Vortragsreihe auf dem „Forum pro Aqcua“ von Dr. Pero Mićić, Vorstand der FutureManagementGroup AG. Der Zukunftsmanagement-Experte erläuterte dem Publikum die Bedeutung von Zukunftsstrategien für Unternehmen anhand seines Konzeptes der „fünf Zukunftsbrillen“ und mit Hilfe zahlreicher Beispiele aus der Industrie. „Was könnte relevant werden? Und: Wie können wir aus diesen Trends Wettbewerbsvorteile ziehen?“ – diese elementaren Fragen müssten sich Unternehmer und Führungskräfte immer wieder stellen, um die Zukunftsfähigkeit ihrer Betriebe zu sichern – gerade im Hinblick auf die sich verändernde Gesellschaft und schnelllebige technische Entwicklungen. Die Parallele zu bleifreien Werkstoffen zog Mićić dahingehend, dass es bedeutend sei, für eine gewisse Sensibilisierung in Bezug auf das Thema zu sorgen und den Konsumenten auch entsprechende Alternativen anzubieten. Diesem Gedanken schloss sich auch Bruno Molinari von der Wieland-Werke AG in seiner Schlussrede an: „Lassen Sie uns im Rahmen dieses Forums Chancen-Denker sein.“
Folgende Unternehmen beteiligten sich am „Forum pro Aqcua“ am 19.10.2010 in Neu-Isenburg:
- Wieland-Werke AG
- Diehl Metall Stiftung & Co. KG, Diehl Metall Messing
- Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG
- Gebr. Bruse KG
- Gütegemeinschaft Messing Sanitär e.V.
- SANHA Kaimer GmbH & Co. KG
- Wilhelm Ewe GmbH & Co. KG
- Hansgrohe AG
- Seppelfricke GmbH & Co. KG
- Friedrich Gampper KG
- Petersheim GmbH & Co. KG
- Schell GmbH & Co. KG
Die Teilnahme am Forum pro Acqua, initiiert von der Wieland-Werke AG und Diehl Metall Messing, steht allen interessierten Herstellern von Sanitärkomponenten offen.
Produktinformation CUPHIN – bleifreier Kupferwerkstoff von Wieland und Diehl
Werkstoffe für Sanitärbauteile müssen immer höheren mechanischen und korrosionschemischen Anforderungen genügen, insbesondere in Hinblick auf ihre hygienische Unbedenklichkeit. Frei von toxischen Zusätzen entspricht der Werkstoff „CUPHIN“ dieser in DIN 50930-6 genannten Voraussetzung. Der von Wieland entwickelte bleifreie Kupferwerkstoff mit der Legierungszusammensetzung CuZn21Si3P ist seit 2009 in alle relevanten Halbzeugnormen eingebracht und wird der Sanitärbranche von Wieland und Diehl unter der Werkstoff-Nummer CW724R angeboten. Durch die ausgewählte Kombination der Legierungselemente Kupfer, Zink und Silizium kann bei „CUPHIN“ auf den Zusatz von Blei verzichtet werden. Daneben besitzt der Werkstoff eine hohe Festigkeit bei zugleich hoher Dehnung und erlaubt somit eine Kalt- sowie Warmumformung, beispielsweise für die Verarbeitung durch Warmschmieden. Dadurch lässt sich „CUPHIN“ im Vergleich zu herkömmlichen bleihaltigen Werkstoffen vielseitiger verarbeiten. Die hohe Festigkeit und sehr gute Korrosionsbeständigkeit des Werkstoffes bieten zudem ideale Voraussetzungen für dichte, verschleißbeständige Verbindungen in der Sanitärinstallation, die auch starken mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Die aus „CUPHIN“ gefertigten Komponenten sind wenig anfällig gegen Spannungsrisskorrosion und entzinkungsbeständig, wodurch eine zusätzliche Oberflächenbehandlung nicht erforderlich ist.
Weitere Informationen:
Wieland-Werke AG
Michael Scharf
Produktmanager Trinkwasserlegierungen
Geschäftsbereich Press- und Ziehprodukte
Graf-Arco-Straße 36 - 89079 Ulm
Telefon: 0731-944-2019
Telefax: 0731-944-1009
michael.scharf@wieland.de
www.wieland.de
Wieland-Werke AG
Karin Maier, Pressesprecherin
Graf-Arco-Straße 36 - 89079 Ulm
Telefon: 0731-944-2663
Telefax: 944-42663
karin.maier@wieland.de
www.wieland.de
Diehl Metall Stiftung & Co. KG
Diehl Metall Messing
Alexander Dehnelt, Vertriebsleiter Inland
Heinrich-Diehl-Str. 9
90552 Röthenbach a d Pegnitz
Telefon: 0911 - 5704-347
Telefax: 0911 - 5704 - 213
alexander.dehnelt@diehlmetall.de
www.diehlmetall-messing.de
Pressearbeit:
Press’n’Relations GmbH – Bruno Lukas
Magirusstraße 33 - 89077 Ulm
Telefon: 0731-9628717
Telefax: 9628797
blu@press-n-relations.de
www.press-n-relations.de
Die Wieland-Gruppe ist einer der weltweit führenden Hersteller von Halbfabrikaten und Sondererzeugnissen aus Kupfer und Kupferlegierungen: Bänder, Bleche, Rohre, Stangen, Drähte und Profile sowie Gleitelemente, Rippenrohre und Wärmetauscher. Die Produkte aus mehr als 100 verschiedenen Kupferwerkstoffen werden vorrangig in der Elektronik und Elektrotechnik eingesetzt. Weitere wichtige Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, das Bauwesen, die Kälte-/Klima- und Heizungstechnik sowie der Maschinen- und Apparatebau. Gemeinsam mit den Kunden entwickelt das Unternehmen Lösungen für individuelle und industrielle Anwendungen. Die Wieland-Gruppe umfasst mehr als 30 produzierende Gesellschaften, Schneidcenter und Handelsunternehmen in Europa, China, Singapur, Südafrika sowie in den USA. Zur Wieland-Werke AG gehören vier Werke in Ulm, Velbert-Langenberg, Villingen-Schwenningen und Vöhringen. Entwicklung sowie Produktion und Vertrieb sind nach DIN EN ISO 9001zertifiziert. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein akkreditiertes Prüf- und Zertifizierlabor. Die Werke in Deutschland sind gemäß der internationalen Umweltnorm DIN EN ISO 14001 zertifiziert, das größte Werk in Vöhringen ist nach dem europäischen Umweltstandard EMAS validiert. Der Umsatz der Wieland-Gruppe betrug im Geschäftsjahr 2008/2009 1.742 Mio. Euro. Der Exportanteil lag bei 67 Prozent. Weltweit beschäftigt Wieland rund 6.500 Mitarbeiter, davon über 4.000 in Deutschland.
Die Diehl Metall Stiftung & Co. KG steht mit ihrer Unternehmenseinheit Diehl Metall Messing seit Jahrzehnten für anspruchsvolle und hochwertige Messinghalbzeuge. Als einer der größten europäischen Halbzeughersteller - mit einer Jahreskapazität von 150.000 Tonnen - beliefert Diehl die Märkte mit mehr als sechzig Legierungen. Das Produktprogramm umfasst Standardmessinge bis hin zu innovativen Legierungen, die hochkomplexen technischen Anwendungen genügen. Im Dialog mit Kunden und Anwendern entwickelt Diehl Metall Messing Legierungen nach kunden- und problemlösungsspezifischen Anforderungen. Die Diehl-Gruppe investiert erhebliche Mittel in die Entwicklung umweltfreundlicher Verfahren und Technologien, um auf diese Weise einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu leisten. Diehl Metall Messing hat mit dem neuen bleifreien Kupferwerkstoff CUPHIN einen Meilenstein in der Entwicklung umweltschonender und verbraucherfreundlicher Werkstoffe errungen.