

Supraleitung sorgt für frischen Wind bei Regenerativen
Hersteller von Windkraftanlagen informierten sich
Auf der Veranstaltung Supraleiter in Wind- und Wasserkraftanlagen – technische und wirtschaftliche Perspektiven am 26. Februar informierten sich rund 100 Teilnehmer aus mehreren Kontinenten über das Potenzial der Supraleitung bei Wind- und Wasserkraft. Die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) in Kooperation mit dem Industrieverband Supraleitung e.V. (IV Supra) organisierte Tagung bildete die Plattform für erste Kontakte zwischen Supraleitungsspezialisten und Herstellern von Wind- und Wasserkraftanlagen sowie Vertretern von Energieversorgungsunternehmen*).
Insbesondere die Windkraft kann von der Supraleitung profitieren, stellt Dr. Joachim Bock, stellvertretender Verbandsvorsitzender des Industrieverbands Supraleitung fest. Sowohl die supraleitenden Strombegrenzer für Mittelspannung als auch supraleitende Generatoren haben Eigenschaften, die der Branche vollkommen neue Perspektiven eröffnen.
Der Strombegrenzer auf Basis supraleitender Elemente ist ein neuartiges Betriebsmittel, das die Begrenzung von Kurzschlüssen gestattet und für zuverlässige Netze sorgt. Wegen der hohen Kurzschlussströme leistungsfähiger Windkraftanlagen ist es heute notwendig, den Strom von Mittelspannung auf Hochspannung zu transformieren, zu transportieren und wieder auf niedrigere Spannungen zu bringen. Dank des Strombegrenzers wäre dieser Umweg überflüssig. Windstrom – wie auch Strom aus anderen regenerativen Quellen – könnte direkt im Mittelspannungsnetz eingespeist und transportiert werden, was den Aufbau dezentraler Strukturen (Smart Grids) vereinfacht.
Ebenso attraktiv: Generatoren auf Basis der Supraleitung. Sie wiegen nicht nur deutlich weniger als ihre herkömmlichen Pendants, sondern sind bei gleicher Leistung auch erheblich kleiner. Außerdem erlauben sie einen größeren Luftspalt und bieten so konstruktive Vorteile bei der Auslegung und beim Bau von Windkraftanlagen. Auch ein Direktantrieb, der teure Getriebe entbehrlich macht, ist mit supraleitenden Generatoren leichter möglich. Ein wesentlicher Punkt ist darüber hinaus die höhere Effizienz: Durch einen supraleitenden Generator werden die Verluste im Vergleich zum konventionellen Generator mehr als halbiert. Der Eigenstrombedarf zum Kühlen der Supraleiterkomponenten ist dagegen völlig vernachlässigbar.
Seitens der Hersteller und Energieversorger kamen vor allem Fragen zur Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, denn Instandhaltungsarbeiten in hundert Meter Höhe – eventuell auf hoher See – sind kostspielig, eine wartungsarme Technik daher ein Muss. Den Beweis der langfristigen Eignung müssen solche supraleitenden Komponenten natürlich noch antreten, sagt Dr. Bock. Wir sollten daher mit Projekten in Onshore-Anlagen beginnen. Die Experten des IV Supra gehen davon aus, dass supraleitende Komponenten im Bereich der Windkraft letztendlich die Komplexität der Technik verringern und die Zuverlässigkeit erhöhen.
*) Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die Vortragsunterlagen als PDF-Dateien sind zu finden unter:
www.dbu.de/550artikel26162_147.html
Mitglieder des Industrieverbands Supraleitung sind:
- Adelwitz Technologiezentrum GmbH (ATZ), Adelwitz
- Bruker BioSpin GmbH, Karlsruhe
- ERT Refrigeration Technology GmbH, Hamburg
- European High Temperature Superconductors GmbH & Co. KG, Hanau
- Evico GmbH, Dresden
- Nexans SuperConductors GmbH, Hürth
- nkt cables GmbH, Köln
- Theva Dünnschichttechnik GmbH, Ismaning
- Trithor GmbH, Rheinbach
www.ivsupra.de
Weitere Informationen / Pressekontakt
Industrieverband Supraleitung e.V.
c/o Nexans SuperConductors GmbH (NSC)
Dr. Joachim Bock
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50351 Hürth
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