

Netznutzungsmanagement nach neuen Regeln
EnDaNet-Dienstleistung entlastet insbesondere kleinere Netzbetreiber
Die neuen Regeln des EnWG haben das Netznutzungsmanagement deutlich aufwändiger und anspruchsvoller gemacht. Die geforderte Bottom-Up-Bilanzierung der Netznutzung erfordert ein Energiedatenmanagement, das mit Massendaten umgehen kann. Die bei kleinen Netzbetreibern im Einsatz befindlichen Lösungen reichen oft nicht mehr aus, um der neuen Aufgabe Herr zu werden. Trotzdem muss keine neue Software angeschafft werden: Die EnDaNet GmbH mit Sitz in Erfurt und Bremen bietet das Netznutzungsmanagement als Dienstleistung an.
Die Differenzbilanzierung hat ausgedient. Nach den neuen Regeln des EnWG darf das Netznutzungsmanagement nur noch nach der Bottom-Up-Methode erfolgen. Der Grund: Bei der Differenzbilanzierung wurden Stromtransporte fremder Netznutzer von der Gesamtmenge abgezogen und daraus der eigene Anteil der Netznutzung bestimmt. Diese Methode entspricht aber nicht der Forderung nach Gleichstellung. Ein diskriminierungsfreies Handhaben verlangt, dass eigene Mengen und die Dritter identisch ermittelt und bilanziert werden. Das ist mit dem Bottum-Up-Ansatz sichergestellt.
Allerdings bringt die neue Bilanzierungsform einige Anforderungen mit sich: Zunächst ist es erforderlich, dass alle Netzkunden des Verteilnetzbetreibers im Energiedatenmanagement(EDM)-System eingepflegt sind. Eine Schnittstelle zwischen der Energieabrechnungssoftware und dem EDM ist somit unumgänglich. Außerdem verlangt das Erstellen der Netznutzungsbilanz, die jeweils am fünften Werktag des Folgemonats für den abgelaufenen Monat zu erstellen ist, den Umgang mit großen Datenmengen. Die Verwaltung der Netznutzer, Zählpunkte, Lastprofile bzw. gemessenen Lastgänge gelingt heute nur noch mit Datenbanklösungen, die auf Massendatenverwaltung eingerichtet sind, erklärt Tilo Eschrich, Mitarbeiter der EnDaNet GmbH.
Viele Netzbetreiber sehen sich daher mit der Anschaffung einer eigenen, relativ teuren Softwarelösung konfrontiert. Doch diese Investition lässt sich vermeiden: Wir bieten Netzbetreibern an, in Ihrem Auftrag das Netznutzungsmanagement durchzuführen und die Bilanzen zu erstellen, so Eschrich. Dazu übergibt der Netzbetreiber zyklisch die Stamm- und Bewegungsdaten aller Netzkunden an die EnDaNet. EnDaNet erstellt auf dem mandantenfähigen EDM-System SAT Prophet (hier das Modul NNS) der VA TECH SAT die Netzbilanzen und übermittelt die Daten im geforderten Format an die entsprechenden Marktteilnehmer.
Dieses System Service Providing (SSP) unterscheidet sich von dem bekannten Application Service Providing (ASP) dadurch, dass der Kunde – hier der Netzbetreiber – die Software des Dienstleisters nicht nur nutzt, sondern auch ihre Bedienung delegiert. Gerade für kleinere Netzbetreiber eröffnet sich so die Möglichkeit, den Regeln des EnWG zu überschaubaren Kosten zu genügen. EnDaNet berechnet für die Dienstleistung Netznutzungsmanagement eine zählpunktabhängige Monatspauschale. Gerade kleinere und mittelgroße Netzbetreiber stehen sich mit diesem Service deutlich besser als mit dem Kauf und dem Betrieb einer eigenen EDM-Lösung, versichert Eschrich.
Auch für das künftige Gasnetzzugangsmodell ist die Software gerüstet, denn die Software kann grundsätzlich Strom- oder Gasmengen gleichermaßen abrechnen. Da sich das Netznutzungsmanagement von Strom- und Gas ähnelt, erwarten wir keine softwaretechnischen Besonderheiten, sagt Eschrich. EnDaNet nimmt die erforderlichen Anpassungen im EDM bereits in Angriff, damit Gasnetzbetreiber die SSP-Dienste der EnDaNet in Anspruch nehmen können, wenn die neuen Regeln im Oktober in Kraft treten.
Weitere Informationen:
EnDaNet GmbH – Oliver Meschner
Magdeburger Allee 34 - 99086 Erfurt
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