

CFC Solutions GmbH
27. März 2007
Mit Klärgas zu neuen Leistungsrekorden
CFC Solutions wird Brennstoffzelle für Stuttgarter Klärwerk liefern
Das HotModule, die Hochtemperatur-Brennstoffzelle der CFC Solutions GmbH, Ottobrunn, soll im Sommer dieses Jahres erstmals die 250-kW-Grenze überschreiten. Die erste leistungsgesteigerte Anlage wird im Klärwerk Stuttgart-Möhringen installiert und dort etwa 280 kW elektrische Leistung abgeben. Sie wird Klärgas als Brennstoff nutzen. Auftraggeber ist die Landeshauptstadt Stuttgart. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Ein wichtiges Argument für die Auftraggeber ist der hohe Wirkungsgrad von fast 50 Prozent beim Verstromen des Klärgases, denn damit übertrifft das HotModule konventionelle Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen um mehr als zehn Prozent.
Noch produziert allein ein motorisches Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Kläranlage Möhringen Strom und Wärme. Ihm wird in wenigen Monaten ein HotModule der CFC Solutions GmbH zur Seite stehen. Die Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle hat gute Chancen, die Lieblingsanlage der Betreiber zu werden. Von der Brennstoffzelle versprechen wir uns einen deutlich höheren elektrischen Wirkungsgrad als von dem BHKW, dadurch eine höhere Stromeigenerzeugung, begründet Dr. Jürgen Görres, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft beim Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart. Görres und seine Kollegen sind ständig auf der Suche nach Technologien, die den Energiebedarf der städtischen Anlagen möglichst effektiv und klimaschonend decken. Der Einsatz des HotModules zum Erzeugen von Strom und Wärme aus Klärgas passt hervorragend ins Konzept. Uns ist derzeit keine effektivere Technik für diese Aufgabenstellung bekannt, so Dr. Görres, der die Brennstoffzellen-Szene nach geeigneten Produkten sondiert hat.
Vorreiter für das Projekt ist die Brennstoffzellenanlage in der Kläranlage der Stadt Ahlen; die bislang einzige dieser Art in Europa. Im Gegensatz zu dieser Anlage, die wahlweise mit Erdgas betrieben werden könnte, soll beim Stuttgarter HotModule ausschließlich Klärgas als Brennstoff dienen. Die optimale energetische Verwertung des Faulgases schont das Klima*) und substituiert fossile Energieträger. Die parallel zur Stromerzeugung entstehende Wärme soll – wie bei den existierenden BHKWs – zur Beheizung der Gebäude und des Faulturms genutzt werden. Zur Klärgaserzeugung muss der Klärschlamm im Faulturm erwärmt werden, um den Faulprozess aufrechtzuerhalten.
Das Möhringer HotModule profitiert von den bisherigen Erfahrungen und Weiterentwicklungen: So soll beispielsweise der Zellstapel verlängert werden und neue in Europa entwickelte Komponenten erhalten, um die bislang HotModule-typischen 250 kW um zehn Prozent zu übertreffen. Optimierungspotenzial erkannten die Techniker auch bei der Lüftungsanlage, die in Möhringen weniger aufwändig ausfallen soll als bei der westfälischen Klärgas-Brennstoffzelle.
*) Hauptbestandteil des Faulgases ist das brennbare Methan, das ein über 20mal so hohes Treibhauspotenzial besitzt wie CO2
Abbildung 1: Im Klärwerk Stuttgart-Möhringen wird ab Sommer ein HotModule, die Hochtemperatur-Brennstoffzelle der CFC Solutions, Nutzenergie aus Klärgas produzieren. (Bild: Landeshauptstadt Stuttgart)
Abbildung 2: Das HotModule für das Klärwerk Möhringen wird mit etwa 280 kW elektrischer Leistung stärker sein als bisherige Anlagen (Bild). (Bild: CFC Solutions)
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