

Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Nürtingen - Kirchheim/Teck e.V.
19. April 2010
Bei Unfallopfern Helm abnehmen – aber richtig
Richtige Verhaltensmaßnahmen bei Motorradunfällen
Der Frühling ist endgültig da und die Motorradsaison eröffnet. Wie jedes Jahr steigen damit aber auch die Unfallzahlen auf Deutschlands Straßen. Richtiges Handeln am Unfallort kann dann Leben retten. Bei einem verunglückten Motorradfahrer scheuen sich viele Helfer jedoch davor, den Helm abzunehmen – aus Angst, beim Unfallopfer Verletzungen der Halswirbelsäule oder gar eine Querschnittslähmung zu verursachen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, denn die meisten Verletzungen des Rückenmarks ereignen sich während des Unfalls und nicht bei der Abnahme des Helms. „Der Helm muss bewusstlosen Personen immer abgenommen werden. Andernfalls besteht Lebensgefahr, da durch einen Ausfall der Schutzreflexe die Atemwege verlegt sein können“, betont Christian Guggemos-Honikel, Kreisausbildungsleiter des DRK Nürtingen-Kirchheim/Teck. „Um diese frei zu machen, muss der Kopf überstreckt sein – dies ist jedoch nicht möglich, wenn ein Helm im Weg ist.
“Was ist zu tun? Ist der Helfer allein, kniet er sich zunächst seitlich neben den Kopf des Verletzten, öffnet das Visier und entfernt den Kinnriemen. Dann positioniert er sich zum Kopfende hin, umfasst mit beiden Händen den Helm und zieht ihn vom Kopf des Verunglückten ab. Den Kopf nun vorsichtig auf den Boden ablegen.
Sind zwei Helfer vor Ort, sorgt der eine Helfer für Stabilisierung, indem er oberhalb des Kopfes kniet und mit beiden Händen Helm und Unterkiefer des Betroffenen umfasst. Der zweite Helfer hat daraufhin die Möglichkeit, den Kinnriemen zu entfernen. Dann tritt wieder der erste Helfer in Aktion: Er nimmt den Helm vorsichtig nach hinten weg, während der zweite Helfer den Kopf vorsichtig auf den Boden ablegt.
Nach der erfolgten Helmabnahme ist es wichtig, den Kopf der bewusstlosen Person zu überstrecken sowie die Atmung zu kontrollieren. Atmet der Verletzte, bringt man ihn in die stabile Seitenlage gebracht. Ist keine Atmung noch vorhanden, muss unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden: Abwechselnd 30 Mal in der Mitte des Brustkorbes.
Jeder Verkehrsteilnehmer sollte wissen was im Notfall zu tun ist und die entsprechenden Maßnahmen beherrschen. Bei den meisten liegt der Erste-Hilfe-Kurs, in dem die Techniken erlernt wurden, schon lange zurück. Daher empfiehlt das Rote Kreuz eine Auffrischung der Kenntnisse. Dort wird nicht nur das richtige Verhalten am Unfallort sowie die korrekte Herz-Lungen-Wiederbelebung vermittelt. Auch das sichere Abnehmen des Helmes wird geübt.Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0 70 22 - 70 07 99 über die nächsten Kurstermine informieren. Diese sind auch auf der Homepage www.kv-nuertingen.drk.de zu finden.
Weitere Informationen:
Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Nürtingen-Kirchheim / Teck e.V.
Christian Guggemos-Honikel – Kreisausbildungsleiter
Laiblinstegstr. 7 – 72622 Nürtingen
Tel:07022/ 7007 52- Fax: 07022/ 7007 53
christian.guggemos-honikel@kv-nuertingen.drk.de www.kv-nuertingen.drk.de
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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Kreisverband Nürtingen-Kirchheim / Teck e.V. wurde vor über 50 Jahren gegründet und verfügt heute über rund 15.000 Mitglieder (Fördermitglieder und Aktive Ehrenamtliche). Das DRK übernimmt im Altkreis Nürtingen des Landkreises Esslingen vielfältige Aufgaben in den Bereichen Soziale Dienste, Seniorenzentren und Rotkreuz-Dienste. In den Bereich des Sozialen Dienstes fallen neben der Ambulanten Krankenpflege, dem Betreuten Wohnen, „Essen auf Rädern“ sowie dem Hausnotruf auch zwei Tafelläden und eine Kleiderkammer sowie zahlreiche örtliche Bewegungs- und Begleitdienste für Senioren. Hinzu kommen die Rotkreuz-Dienste. Diese bieten unter anderem die Erste Hilfe Ausbildung an und organisieren den Katastrophenschutz. Dem DRK Kreisverband Nürtingen-Kirchheim / Teck e.V. sind neun Bereitschaften, eine Bergwacht sowie eine Rettungshundestaffel angegliedert. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Jugendarbeit in den 27 Gruppen des Jugendrotkreuzes. Zudem betreibt der Kreisverband insgesamt sechs Seniorenzentren in der Region. Der Rettungsdienst und Krankentransport innerhalb des Landkreises Esslingen wird gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Esslingen in einer gemeinsamen gGmbH betrieben.