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AKTIF Technology

07. November 2001

Senftenberg

Nicht nur günstig, sondern gut – für Electrabel ist der Preis nicht alles

AKTIF dataService als Werkzeug für die Optimierung des Fahrplanmanagements

Die Ziele sind klar gesteckt: mit 6 %

Marktanteil beim Strom und 3 % beim Erdgas

will sich die Electrabel Deutschland AG

mittelfristig als ein wichtiger Player auf dem

deutschen Energiemarkt etablieren. Erreichen

will das die deutsche Tochter der belgischen

Electrabel, einer der größten Energiekonzerne

Europas, einerseits über attraktive Preise und

andererseits mit einem qualitativ

hochwertigen Service. Und das sowohl für die

Kunden aus Industrie und Handel, als auch

im Rahmen von Partnerschaften mit

Stadtwerken. Ein zentrales Werkzeug für die

Umsetzung dieser Ziele ist das Energiedaten-

Management-System AKTIF dataService.

Diese Lösung bildet die Drehscheibe für das

Fahrplanmanagement zwischen dem

Vertrieb, dem Trading und den Marktpartnern

und legt damit die Grundlagen für flüssige

Abläufe – nicht nur intern, sondern gerade

auch mit den externen Partnern.

Das Zeitfenster im Energiehandel mit

Bezugsoptimierung für den Folgetag ist nach

wie vor eng. Denn die Fahrpläne müssen

pünktlich um 14:30 Uhr den Regel-

Netzbetreibern übermittelt werden. Nach wie

vor leidet hier der Newcomer auf dem

deutschen Markt, der im Zuge der

Liberalisierung des Energiemarktes im Jahre

1998 seine Geschäfte am Berliner Sitz

aufnahm, hier etwas unter der zögerlichen

Haltung mancher Netzbetreiber. Statt die

aktuellen Verbrauchsdaten morgens zu

übermitteln, wie das beispielsweise vom

VDEW empfohlen wird, dauert es in der Regel

deutlich länger, bis alle Daten eingetroffen

sind und die Prognose für den Folgetag

errechnet werden kann. Für Holger Groth,

verantwortlich für das Fahrplanmanagement

bei der Electrabel Deutschland AG und damit

auch für AKTIF dataService – ist das ein

Problem mit abnehmender Tendenz. „Die

Zahl der Netzbetreiber, die es mit der

Lieferung der Verbrauchsdaten genau

nehmen und sie pünktlich übermitteln, nimmt

spürbar zu“, so seine Erfahrungen aus den

letzten Monaten. Und auch wenn es bei

anderen weiter zu Verzögerungen kommt, hat

Electrabel Deutschland AG es immer

geschafft, die Fahrpläne zur Übertragung an

die Netzbetreiber rechtzeitig fertigzustellen,

auch wenn noch kurzfristige Änderungen aus

der Bezugsoptimierung resultieren.

Der Kernprozess Fahrplanmanagement ist

bei der Electrabel Deutschland AG ganz auf

die Bezugsoptimierung hin ausgerichtet, also

auf die Anforderung, möglichst zeitnah auf

Veränderungen zu reagieren und auch

kurzfristige Optionen noch wahrnehmen zu

können. Dazu wurden zahlreiche

Geschäftsprozesse mit dem AKTIF

dataService weitestgehend automatisiert. Das

beginnt bei der Übernahme der

Verbrauchsdaten von Einzelkunden

(Endkunden). Nach wie vor werden diese

Daten von den verschiedenen Netzbetreibern

in einer bunt gemischten Formatvielfalt

angeliefert - von reinen ASCII-Textdateien

über verschiedene Excel-Formate bis hin zum

EDIFACT-Format MSCONS. Bei Electrabel hat

man sich darauf eingestellt und bewältigt

diese Vielfalt maschinell, entsprechende

Importschnittstellen konnten hier bislang

jedes Format bewältigen. Selbst für den Fall,

dass einzelne Netzbetreiber technologisch

vorpreschen, ist Electrabel hierauf mit einer

XML-Schnittstelle vorbereitet.

Sind die Verbrauchsdaten der Endkunden

komplett bei AKTIF dataService eingegangen,

wird der Prognoselauf gestartet. Basis sind

zum einen die Verbrauchsdaten – die des

Vortags, aber auch historische Daten – zum

anderen werden Wetterdaten in die Prognose

eingerechnet, die aktuell vom Deutschen

Wetterdienst kommen. Nach Überprüfung und

Freigabe der Prognose werden dann die

Kundenfahrpläne für den Energieeinkauf

erzeugt, die maschinell im DVG-KISS-Format

an den Tradingfloor übergeben werden.

Der Tradingfloor der Electrabel Deutschland

AG arbeitet eng mit dem Tradingfloor der

Electrabel-Zentrale in Brüssel zusammen.

Denn die Berliner Trading-Abteilung nutzt

dasselbe Handelssystem. Der Vorteil: die

deutsche Electrabel hat Zugriff auf dieselben

Informationen wie die belgische Mutter. Im

Tradingfloor fließen sämtliche Informationen

über die Produkte und die aktuellen Preise

zusammen und können mit dem aktuellen

Fahrplan abgeglichen werden. Auch kurzfristig

kann hier noch reagiert werden, wenn zum

Beispiel ein höherer Bedarf nachgemeldet

wird. Aufgabe ist es, jeweils das günstigste

Bündel aus den angebotenen Produkten wie

„Base“ und „Peak“ oder weiteren

Standardprodukten, wie sie an den Börsen

gehandelt werden, zusammenzustellen.

Dieser Kernprozess ist in der Regel um 12.15

Uhr mit Börsenschluss beendet. Zwar besteht

die Möglichkeit, beispielsweise bei

Kraftwerksausfällen, noch Fahrpläne

nachzumelden, doch im Tagesgeschäft der

Electrabel Deutschland AG hat dies bislang

kaum eine Rolle gespielt. Die

abgeschlossenen Kontrakte werden mittags

wieder in den AKTIF dataService

übernommen und bilden die Grundlage für

die Berechnung der Fahrpläne. Mit der

abschließenden Übermittlung der Fahrpläne

an die Netzbetreiber und

Bilanzkreiskoordinatoren am frühen

Nachmittag ist der wesentliche Teil des

Tagesgeschäfts erledigt.

Für Holger Groth hat sich die Entscheidung

für das System des Senftenberger EDM-

Spezialisten AKTIF Technology GmbH längst

ausgezahlt. „AKTIF dataService ist ein System,

mit dem wir bislang alle Anforderungen

abdecken konnten, auch Anforderungen, die

aufgrund von Marktentwicklungen neu

dazugekommen sind“, so sein Fazit.

Besondere Vorteile sind aus seiner Sicht

auch die Bedienerfreundlichkeit des Systems

und vor allem die Geschwindigkeit, mit der

auch Massendaten verarbeitet werden. „Bei

einem derart engen Zeitrahmen, wie wir ihn

tagtäglich für die Fahrplanerstellung zur

Verfügung haben, ist das Zeitargument nicht

unerheblich“, so Groth.

Schon im März 2001, als die Electrabel

Deutschland AG in der Auswahlphase drei

EDM-Systeme in einer Testinstallation auf

Herz und Nieren geprüft hatte, erwies sich der

AKTIF dataService als ein System, das sich

sehr schnell und flexibel auf die speziellen

Bedürfnisse von Electrabel Deutschland AG

anpassen ließ. „Das System konnte aus dem

Testbetrieb direkt in den Produktivbetrieb

übernommen werden, ohne dass spezielle

Anpassungen vorgenommen wurden“, so

Holger Groth. Seitdem hat sich das System

ständig weiterentwickelt. Dabei wurden nicht

zuletzt auch zahlreiche Impulse, die aus dem

Hause Electrabel Deutschland AG kamen, in

die Entwicklung aufgenommen. „Besonders

effizient war der kurze Draht zu AKTIF, bei

Problemen oder Verbesserungsvorschlägen

erfolgte immer eine Reaktion innerhalb

kürzester Zeit, so dass wir hier keinerlei

Ausfälle hatten“. Heute liefert AKTIF

dataService nicht nur die Basis für die

Fahrpläne. Über das Reporting werden die

Daten für die Rechnungsstellung und die

Rechnungsprüfung generiert, über die

entsprechenden Auswertungen behält man

aber auch die Übersicht über die

Pendelkonten und die Regelenergie. Und seit

neuestem gibt es in diesem Modul auch ein

einfaches Portfoliomanagement, mit dem

man schnell überprüfen kann, wo man liegt,

auch wenn die Daten noch nicht an den

Tradingfloor übergeben wurden.

Was die Marktziele angeht, ist man bei

Electrabel Deutschland AG voll im Plan. Mit

den Stadtwerken Saarbrücken gründete man

die gemeinsame Vertriebsgesellschaft

Energie SaarLorLux, weitere Partner werden

kurzfristig folgen. Und auch auf Vertriebsseite

sind Erfolge zu verzeichnen. Viele dieser

Kunden nutzen dabei den Bilanzkreis der

Electrabel, so dass man hier die

Abnahmemenge deutlich steigern und

dementsprechende Konditionen erzielen

konnte.

„Ohne das Energiedaten-Management wäre

die Fahrplanerstellung mit dem vorhandenen

Personal nicht mehr durchführbar“, meint

Holger Groth im Rückblick. Allein mit Hilfe von

Excel, wie man das in den vergangenen

Jahren praktiziert hat, wäre das heutige

Volumen schlichtweg nicht mehr zu

bewältigen. Deswegen will man bei

Electrabel diesen Bereich auch schnell

ausbauen und im kommenden Jahr auch das

Gas-Geschäft über AKTIF dataService

abwickeln.