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AKTIF Technology

07. June 2002

Senftenberg

Kräfte bündeln: Energiedaten als Basis für effiziente Beschaffung

LET Liberal Energy Trading setzt auf Energiedatenmanagement von AKTIF

Getrennt marschieren, gemeinsam

beschaffen – nach diesem Motto haben sich

elf Stadtwerke mit dem

Gemeinschaftsunternehmen LET Liberal

Energy Trading GmbH in Menden ein

Instrument zur Optimierung ihres

Energieeinkaufs geschaffen. „Die LET ist ein

‚föderales System’ im besten Sinne,“ so

Helmut Heidenbluth, Geschäftsführer der

LET. Die Gesellschafter, vorwiegend kleinere

und mittlere Versorgungsunternehmen,

agieren weitgehend unabhängig am Markt,

bilden zusammen aber eine echte

Einkaufsmacht, hinter der knapp 250.000

Zähler und rund 3.000 gemessene Kunden

stehen. Ein zentrales Werkzeug, um die

Beschaffungsprozesse optimieren zu können,

ist das Energiedatenmanagement. Mit dem

AKTIF dataService ist es der LET dabei

gelungen, nicht nur eine Lösung für die

Beschaffung zu finden, sondern zugleich auch

eine, die den „föderalen“ Charakter der

Gemeinschaft wirkungsvoll unterstützt.

Sowohl was die Aufgaben der einzelnen

Gesellschafter angeht – vom

Netznutzungsmanagement bis zum Vertrieb –

als auch die Integration in die

unterschiedlichen DV-Landschaften.

„Energiedaten sind heutzutage

gleichbedeutend mit Geld, das muss man

einfach mal so sehen,“ bringt es Alexander

Nickel, Bilanzkreismanager und

Projektingenieur bei der LET auf den Punkt.

Nicht nur, weil sie die Basis für die

Beschaffung bilden, sondern vor allem auch,

weil sich mit einem funktionierenden

Energiedatenmanagement zahlreiche

Prozesse automatisieren lassen, die auch

heute vielerorts händisch und mehr schlecht

als recht via Excel abgewickelt werden. Schon

mit dem Aufbau der LET kam deshalb auch

das Thema „Energiedatenmanagement“ auf

die Tagesordnung. Denn dass man ohne ein

solches System kaum in der Lage sein

würde, die Beschaffung von elf

Gesellschafterunternehmen abzuwickeln, war

klar. Gleichzeitig wollte man aber auch ein

System, das direkt bei den einzelnen

Unternehmen einsetzbar ist, um dort nicht nur

den Vertrieb zu unterstützen, sondern vor

allem auch das Netznutzungsmanagement.

Zentral beschaffen, dezentral wirtschaften

Im Prinzip funktioniert die LET wie ein

Konzern. Die einzelnen „Konzerntöchter“

arbeiten weitestgehend autonom, die

Konzernholding interessiert in erster Linie

das Ergebnis, das konzernweit konsolidiert

wird. Der Unterschied: die „Holding“ LET ist

nicht an den Umsätzen und Ergebnissen der

Einzelgesellschaften interessiert, sondern an

den aktuellen Verbrauchsdaten, denn die sind

das Fundament für die Prognose und damit

für die Planung des Energiebedarfs und

letztendlich die Beschaffung. Das EDM-

System sollte diese Strukturen abbilden

können, also die tägliche Arbeit der einzelnen

Gesellschaften wirkungsvoll unterstützen,

ohne dass einer dem anderen in die Karten

schauen kann. Aber es sollte gleichzeitig

auch die Möglichkeit bieten, gewisse Daten

zusammenzuführen um so eine

Gesamtbilanz aufstellen zu können. Die EDM-

Lösung musste also sowohl mandantenfähig

sein, als auch eine Konzernstruktur

unterstützen. Erschwerend kam hinzu, dass

das System zentral im Rechenzentrum

installiert und dezentral genutzt werden sollte

und dass sich die EDV-Umgebungen bei den

einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich

gestalteten, vor allem auch, was die

Abrechnungssysteme anging. Nicht nur

funktional, sondern vor allem auch

technologisch waren so die Kriterien für die

Systemauswahl äußerst anspruchsvoll.

Zusammen mit sechs der elf Gesellschafter

entschied sich die LET schließlich für den

AKTIF dataService, eines der wenigen EDM-

Systeme, die diese Anforderungen vollständig

erfüllte.

Schnelle Einführung, individuelle Nutzung

„Das Energiedatenmanagement auf- und

auszubauen, ist ein permanenter Prozess,

speziell in einer Konstellation wie der

unseren,“ so Andreas Hesse, der für das

EDM-Projekt bei der LET verantwortlich

zeichnet. So wurde das neue System nach

nur acht Wochen komplett eingeführt, doch

zunächst nur in Teilen und bei jedem

Unternehmen verschieden stark genutzt. Der

Grund lag in den unterschiedlichen

Prioritäten: so kam es für die meisten

Gesellschafter zunächst einmal darauf an, die

eigenen Anforderungen des

Netznutzungsmanagements abzubilden.

Neben den gemessenen Kunden wurden

deswegen zunächst auch die Wechselkunden

in den AKTIF dataService übernommen.

Gleichzeitig galt es, die Zählerfernauslesung

zu integrieren, ein Projekt, das sich

vergleichsweise einfach gestaltete, da

zwischen dem AKTIF dataService und der

ZFA-Lösung von Görlitz, für die sich die LET

parallel entschieden hatte, bereits eine

Standardschnittstelle existierte. Mit der

Integration stand dann auch endgültig die

Datenbasis zur Verfügung, die nötig war, um

die Beschaffungsprozesse entsprechend

abzubilden und optimieren zu können.

Die Konsolidierung der Verbrauchsdaten aus

den unterschiedlichen Mandanten funktioniert

inzwischen reibungslos. Täglich werden die

Verbräuche bilanziert und auf Basis des Ist-

Verbrauchs vom Vortag eine Prognose zur

Ermittlung des Bedarfs durchgeführt. Bislang

ist das noch kein zeitkritischer

Beschaffungsprozess, denn der Bezug erfolgt

derzeit noch auf Basis bilateraler Verträge. Ein

einziger dieser Verträge sieht vor, dass bei

Überschreitung bestimmter Leistungsspitzen

der zusätzliche Bedarf über die EEX in Leipzig

besorgt werden soll. Doch dieser Ernstfall ist

bis jetzt noch nie eingetreten. Gleichwohl

bereitet sich die LET auf die tägliche

Beschaffung auf dem freien Markt vor.

„Nachdem wir jetzt mit AKTIF die Grundlagen

geschaffen haben, um überhaupt in dieses

Geschäft einsteigen zu können, werden wir

unseren Partner diesen Service anbieten,“ so

Alexander Nickel. Mittelfristig will die LET hier

aber vom „Beschaffungsoptimierer“ zum

echten „Beschaffer“ werden, um so noch

bessere Preise für die

Gesellschafterunternehmen zu erzielen.

Energiedatenmanagement als

Dienstleistung

Reibungslos läuft inzwischen auch das

Bilanzkreismanagement, das die LET als

Dienstleitung für die Mitgliedsunternehmen

übernommen hat. So stellt die LET für seine

Gesellschafter in den verschiedenen

Regelzonen jeweils einen Bilanzkreis zur

Verfügung, (der ganz nach dem föderalen

Prinzip für jedes Unternehmen einen eigenen

Subbilanzkreis aufweist). Der

Fahrplanversand erfolgt täglich, und

demnächst will man bei kurzfristigen

Fahrplanänderungen noch schneller

reagieren können, und das auch an Sonn-

und Feiertagen. „Mit der Technologie von

AKTIF ist es einfach, einen

Bereitschaftsdienst mit mobilen Notebooks

einzurichten. Denn da die Anwendung zentral

auf dem Server läuft und mit einem ganz

normalen Webbrowser bedient wird, kann der

Sachbearbeiter notfalls auch von zu Hause

aus agieren,“ so Andreas Hesse. Diese

Technologie macht auch den Betrieb des

AKTIF dataService äußerst effizient. Denn die

Software läuft zentral im Rechenzentrum des

IT Dienstleisters items in Münster. Vor Ort, bei

der Energie AG Iserlohn-Menden, der

Bocholter Energie- und Wasserversorgung

sowie den Stadtwerken Borken, Glauchau,

Kleve und Ahaus muss keinerlei besondere

Software installiert werden, außer einem

handelsüblichen Webbrowser. Die Anbindung

erfolgt über sichere Stand- und ISDN-

Leitungen. Trotzdem sind alle Mandanten voll

kommunikationsfähig. „Auch wenn beim

Datenaustausch leider Excel immer noch die

Regel ist, können wir sofort loslegen und die

Daten automatisiert und im richtigen Format

austauschen, sei es MSCONS bei den

Verbrauchsdaten, sei es UTILMD beim

Lieferantenwechsel,“ so Alexander Nickel.

Prozesse werden automatisiert

Während extern der Markt immer noch nicht

soweit ist, werden intern die positiven Effekte

des Energiedatenmanagements bereits

spürbar. „Beim Thema Netznutzung können

die Prozesse inzwischen weitaus rationeller

abgewickelt werden als bisher, was

angesichts des Drucks auf die Preise für die

Netznutzung auch dringend notwendig ist,“ so

Alexander Nickel. Diese Prozesse werden

jetzt weiter automatisiert, etwa durch die

Integration der Abrechnungssysteme. Den

Anfang macht die LET mit SAP IS-U/CCS,

dann folgen Neutrasoft, Schleupen und

Somentec. Auf diese Weise funktioniert der

AKTIF dataService dann endgültig als

effiziente Datendrehscheibe zwischen den

Zählern, der Abrechnung und den

Marktpartnern. Das gilt auch für die

Vertriebsseite: Mit einer ganz neuen

Schnittstelle zu IS-U greift der größte LET-

Gesellschafter, die Energie AG Iserlohn-

Menden, aus dem AKTIF

Kundenmanagement inzwischen direkt auf

die IS-U-Stammdaten zu, ohne unnötige

Redundanzen und immer auf die aktuellen

Informationen. „Diese Flexibilität und Offenheit

ist einer der wesentlichen Vorteile, die wir uns

mit dem Energiedatenmanagement

erschlossen haben. Ob Anforderungen aus

den beteiligten Unternehmen oder ganz

spezifische Notwendigkeiten, die nur aus

unserer speziellen Konstellation als

Gemeinschaftsunternehmen heraus

entstehen, all das ist bislang immer

zuverlässig und schnell in das System

implementiert worden,“ so Alexander Nickel.

Für ihn ist der Prozess der Einführung des

Energiedatenmanagements deswegen noch

lange nicht abgeschlossen, aber dennoch

bereits absolut erfolgreich.


Autor: Uwe Pagel

 

Kontakt:

AKTIF Technology GmbH – Silke Otum

Am See 5 – D-01968 Senftenberg

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